Havanna, Kuba: Knallblauer Himmel, weit über 30°C. Wir begeben uns auf die Fahrt vom Zentrum Havannas zum Flughafen. „Der Flughafen wird ja ausgeschildert sein“, denken wir. Ist er auch – in der Innenstadt, außerhalb nicht mehr.

Wir haben einen großen Stadtplan, in dem auch die Außenbezirke verzeichnet sind. Leider nützt keine Karte, wenn auf der Straße selbst keinerlei Namen oder Richtungen ausgewiesen werden. Irgendwann haben wir uns hoffnungslos verfahren und sind bereits aus dem Bereich unseres Stadtplans herausgeraten. Wir sind völlig orientierungslos.

Auf dem Land, wo es nur wenige Straßen gibt, konnten wir uns nach dem Stand der Sonne richten oder erkannten Hauptstraßen daran, dass dort gehäuft Anhalter standen. Diese Strategien helfen jetzt gar nicht. Zwar hatten wir ein dickes Zeitpolster für die Fahrt eingeplant, aber das schrumpft gerade bedenklich. Wir halten an einer Tankstelle, um nach dem Weg zu fragen. Dort treffe ich drei Leute – keiner spricht Englisch. Mein Spanisch reicht gerade für die Frage „Aeropuerto?“

Die hilfsbereiten Kubaner malen eine Skizze des Weges. Zurück im Auto versuche ich zu lotsen: Wir fahren in die angegebene Richtung. Nach einer Brücke soll die Autobahnauffahrt kommen. Nein, das sieht nach einem Feldweg aus! Wir fahren also daran vorbei. Verdammt, es war doch die Auffahrt! Irgendwann und irgendwie finden wir doch noch auf die Autobahn, müssen aber feststellen, dass wir in falscher Richtung unterwegs sind.

In unserer Not unternehmen wir kurzerhand einen U-Turn über den Grünstreifen und gelangen so auf die andere Fahrbahn. Endlich befinden wir uns auf dem richtigen Weg – Erleichterung schwappt über uns. Nach ein paar Kilometern erreichen wir den Flughafen, geben den Mietwagen ab und checken planmäßig ein: Hasta luego – bis bald, Kuba! Franziska Lachnit (2017)