Das Bündnis für Familie bietet in den kommenden Monaten an, Hilfesuchende und Hilfebietende im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu koordinieren. Für Risikogruppen (Menschen im Rentenalter oder mit Vorerkrankung) empfiehlt Prof. Drosten, Leiter der Virologie an der Charite bis zum Herbst auf größere Menschenansammlungen, Einkaufsläden etc. zu verzichten. Hierbei ist Unterstützung nötig! 

„Wir haben in Bad Honnef das große Glück, dass man sich kennt. In der Regel sind die Leute gut eingebunden. Aber natürlich gibt es immer wieder Fälle, in denen niemand unterstützen kann. Hier möchten wir gerne einen Beitrag leisten, dass sich die Honnefer sicher fühlen. Je mehr Familien vorrübergehend in Quarantäne bleiben müssen, desto größer wird die Sorge wer z.B. einkaufen gehen kann. Wir möchten, dass jeder weiß: Da kümmert sich einer – ich bin nicht alleine. Ältere Menschen bekommen zunehmend Angst. Wir können natürlich nicht die Angst vor einer Erkrankung nehmen, aber sehr wohl die Angst davor alleine damit zu sein.“ So Laura Solzbacher, die Vorsitzende des Bündnisses in Bad Honnef. 

Auch Unterstützungsangebote für Arztpraxen der Stadt würde der Verein gerne organisieren. „Klingt albern, aber in Zweifelsfall bringen wir einfach mal ne Suppe vorbei.“ Solzbacher ist optimistisch, dass wir in Bad Honnef einen guten Zusammenhalt haben und eine solche Situation gemeinsam meistern können. „Hamstereinkäufe muss in dieser Stadt dann jedenfalls niemand mehr tätigen. Es wird immer jemanden geben, der Klopapier vor die Tür stellen kann.“ 

Wer seine Hilfe anbieten möchte oder selber Hilfe benötigt kann sich via Mail an info@familie-bad-honnef.de wenden. Da gerade ältere Menschen nicht unbedingt fit sind im Verschicken von Mails, bittet das Bündnis Familie, dass sich jeder in seinem Umfeld umschaut, wer in den kommenden Monaten hier und da Unterstützung brauchen kann und sich stellvertretend für die betroffenen Personen zu melden. 

Die Homepage des Bündnisses wird gerade überarbeitet. Es soll zeitnah eine Infoseite online gehen, die die Koordination erleichtert. ls

Coronavirus: Zweitägige Schließung des Städtischen Siebengebirgsgymnasiums

Am Städtischen Siebengebirgsgymnasium in Bad Honnef gibt es einen an SARS-CoV-2 positiv getesteten und bestätigten Fall.  Die Schule wird deswegen zwei Tage (12.03. und 13.03.2020) geschlossen. Die Zeit nutzt das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises, um die Situation zu klären, insbesondere den unmittelbaren Bezugskreis des Betroffenen zu identifizieren.

Bürgermeister Otto Neuhoff: „Im Vordergrund steht aktuell der Schutz der Gesundheit der Schülerinnen und Schüler sowie von älteren und vorbelasteten Menschen. Bei allen Maßnahmen, die derzeit und zukünftig getroffen werden, ist es deswegen das Ziel, die Infektionskette zu unterbrechen und so auch das Gesundheitssystem durch Verlangsamung der Ausbreitung vor Überlastung zu schützen.“ Hier sei die Solidarität aller gefragt, damit das gelingen könne.

Die Stadt Bad Honnef hat seit längerem den Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE-Stab) aktiviert, der regelmäßig tagt und Maßnahmen veranlasst, um in Absprache mit dem Rhein-Sieg-Kreis die bestmögliche Vorsorge für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bad Honnef zu treffen.

Coronavirus: Sachstand im Rhein-Sieg-Kreis

Rhein-Sieg-Kreis (rl) – Der Krisenstab des Rhein-Sieg-Kreises hat heute wiederum unter Beteiligung von Landrat Sebastian Schuster getagt. Im Rhein-Sieg-Kreis sind insgesamt 23 Personen positiv auf SARS CoV2 getestet. Das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises hat die Kontaktpersonenermittlung durchgeführt.

In Siegburg ist seit heute (11.3.2020) ein zentrales Abstrichzentrum an den Start gegangen, organisiert durch die Kassenärztlichen Vereinigung in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung. Wichtig ist, dass diese zentrale Stelle nur durch das Kreisgesundheitsamt bzw. niedergelassene Ärzte nach einem klar definierten Verfahren beauftragt werden darf. Es ist nicht so konzipiert, dass Bürgerinnen und Bürger eigenständig dort zum Testen vorstellig werden können. „Wir sind nun in Gesprächen, um bei Bedarf noch weitere zentrale Abstrichzentren im links- und rechts-rheinischen Kreisgebiet einzurichten“, erklärt Landrat Sebastian Schuster.

Eindringlich appelliert Landrat Schuster an die Eigenverantwortung der Bevölkerung. „Jeder sollte in dieser Phase nochmal überlegen, welche Kontakte wirklich notwendig sind. Letztlich können alle Bürgerinnen und Bürger helfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.“

Die aktuelle Lage im Rhein-Sieg-Kreis sieht derzeit wie folgt aus:

Bestätigte Fälle23
Personen in Häuslicher Absonderung190

Die Verteilung auf den Rhein-Sieg-Kreis sieht wie folgt aus:

Alfter2
Bad Honnef1
Bornheim1
Hennef3
Königswinter1
Lohmar1
Much2
Siegburg8
Troisdorf2

Zum jetzigen Stand sind 2 Schulen im Rhein-Sieg-Kreis geschlossen worden. „Wenn eine Schule im Rhein-Sieg-Kreis von einer Schließung betroffen ist, so wird das Gesundheitsamt direkt auf die Schulleitung zugehen“, erläutert Dr. Rainer Meilicke. „Wenn wir Schülerinnen und Schuler haben, die positiv getestet werden, dann gilt es auch hier, eine ganz klare Ermittlung der Kontaktpersonen durchzuführen.“ Kontaktpersonen der ersten Kategorie sind diejenigen, die engen Kontakt zu einer positiven getesteten Person hatten (mehr als 15 Minuten face-to-face). „Ein positiv getesteter Schüler oder eine positiv getestete Schülerin führt deshalb auf gar keinen Fall zwangsläufig zu einer Schließung der gesamten Schule“, so Dr. Meilicke weiter. In diesem Zusammenhang appelliert er an Eltern: „Wer in dieser Jahreszeit Husten, Schnupfen oder Fieber hat, der soll bitte zu Hause bleiben.“