Foto: Tanzbegeisterte Schülerinnen und Schüler von „Bad Honnef tanzt“ mit (v. l.) Bürgermeister Otto Neuhoff, Anna-Lu Masch (Leiterin/Regie), Enno Kalisch (Sprecher, Schauspieler, Autor) und Mara Dewenter (Pädagogik/Choreografie)

Schon bald geht es los: „Bad Honnef tanzt e.V.“ präsentiert das Festival „Zeitlos“ vom 14. bis 17. März 2018. Das Gebäude des ehemaligen Katholisch-Sozialen Instituts in Selhof (Selhofer Straße 11) wird als Aufführungsort genutzt werden. Das Erzbistum hatte zugestimmt. So kann ein großartiger Ort genutzt werden, um das zu präsentieren, was die Schülerinnen und Schüler der Bad Honnefer Schulen während des Schuljahres tänzerisch erarbeitet haben. Anna-Lu Masch ist Leiterin und führt Regie. Aber es geht natürlich nicht ohne das Team mit Mara Dewenter als Choreografin und pädagogische Leiterin, Björn Jentsch für Musik und Komposition und vielen anderen.

 Zwei ganz besondere Aufführungs-Stücke stehen im Mittelpunkt: „Momo und die Zeitfresser“ und „Momo und die Stunde“ basieren auf dem berühmten gleichnamigen Buch von Michael Ende. Als Sprecher des Meister Hora konnte Schauspieler und Autor Enno Kalisch gewonnen werden. Durch ihn wird die Atmosphäre der Aufführung mit der Sprache Michael Endes angereichert. Er sagt: „Wir wollen eine poetische Mischung erreichen und auf eine besondere Art und Weise, eine Geschichte nach- und neu erzählen.“ Die Handlung wurde kind- und zeitgerecht angepasst. Die Grauen Herren sind mit dabei und es gibt viele Momos, denn aus jeder Klasse, die mitmacht, ist ein Kind dafür eingesetzt. Nur rauben die Handys die Zeit und nicht, so wie es im Buch steht, der Rauch. Aber die Kinder retten die Welt. „Wir haben wie verrückt daran gearbeitet“, sagt Anna-Lu Masch. Und mehr sei nun wirklich nicht verraten.

 Das Stück „Sacre“ wurde von Schülerinnen der fünften bis neunten Klassen der Schule Schloss Hagerhof erarbeitet. Inspiriert ist es durch Igor Strawinskys Ballettmusik „Le sacre du printemps“. Ein heidnisches Ritual schreibt vor, dass das schönste Mädchen des Dorfes in der Frühlingsnacht geopfert wird. Das Thema Opfer und Täter wird durch die Darstellungen von Mobbing, Ausgrenzung und Gewalt, Schönheitswahn und Wettbewerbe erweitert, so dass ein aktueller Bezug hergestellt wird.

 Außerdem wird das Festival ergänzt durch Aufführungen der Stücke „Elemente“ der Gruppe TV Eiche Modern Dance und „Spuren“  mit den Kompanien BOYS und GIRLS sowie der Erwachsenen Tanzgruppe TVE.

 Nina Morouse ist Lehrerin an der Sankt-Martinus-Grundschule und vom ersten Jahr an mit dabei. Am Anfang konnte sie sich nicht vorstellen, wie sie es zeitlich neben dem Schulbetreib schaffen sollte, den kreativen Tanzunterricht einzubauen. Jetzt während der Vorbereitungen zum bereits sechsten Festival ist sie hellauf begeistert und sagt: „… weil es etwas mit den Kindern macht, was wir als Lehrer so nicht hinbekommen. Eine tolle Sache. Viele Kinder entdecken dabei erst ihr Talent.“ Die finanzielle Sicherung des Festivals und des Unterrichts seien wünschenswert.

 Das Jugendamt der Stadt Bad Honnef fördert „Bad Honnef tanzt“ mit einem Teilbetrag aus dem Budget Jugendförderung. Durch die Unterstützung in finanzieller und ideeller Weise durch das Jugendamt wird es leichter, Fördergelder des Landes zu erhalten. Trotzdem reicht das Geld lediglich nur knapp. Unterricht und Festival stehen wie jedes Jahr „auf Messers Schneide“,  wie Anna-Lu Masch sagt. Sie wünscht sich einen sicheren finanziellen Rahmen.

 Auf das Festival 2018 „Bad Honnef tanzt“ kann man gespannt sein und die Aufregung steigt bei allen Aktiven. Bürgermeister Otto Neuhoff ist begeistert und lobt: „Das Bad Honnefer Projekt hat bundesweite Strahlkraft.“ Er wünsche sich, dass es mehr freie Zeit im Schulalltag für solche Projekte gibt.

 Tickets für 7 bis 14 Euro gibt es bei bonnticket.de, online über die Hotline und an allen bekannten Vorverkaufsstellen. cp

 Weitere Informationen und Programm: http://badhonneftanzt.de/festivals/festival-bad-honnef-tanzt-2018-zeitlos/