Berlin

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Meine sehr verehrten Damen und Herren, eben war ich noch in Berlin und jetzt bin ich schon wieder zurück in meinem Lieblingsdorf. Es ist so schön ruhig hier. Berlin ist irgendwie Kunst oder Sperrmüll. Niemand weiß das so ganz genau. Berlin ist Kult und Multikulti. Berlin ist unfassbar dreckig, aber cool. Berlin ist weltoffen. Wachstumstreiber sind Ausländer. In einem Jahr ziehen 40.000 Menschen nach Berlin.

Es gibt Städte, deren Bevölkerung kaum noch zählbar ist. Guangzhou zum Beispiel, im Süden Chinas, mit mehr als 46 Millionen Menschen die größte Stadt der Welt. Gefolgt von Kairo, Jakarta und Tokio – urbane Monster, bei denen Volkszählungen versagen und die Statistiker versuchen, die Zahl der Einwohner mit Satellitenaufnahmen und geografischen Daten zu schätzen. Da kommt es auf die eine oder andere Million nicht wirklich an. Im Vergleich dazu ist Berlin ein Dorf.

Aber es gibt auch in der deutschen Hauptstadt verschiedene Antworten auf die Frage: Wie viele Menschen wohnen in Berlin und wie dynamisch wächst die Bevölkerung? Das amtliche Melderegister zählte Ende Juni des vergangenen Jahres 3 723 914 Berliner mit Hauptwohnsitz. Das Statistische Amt Berlin-Brandenburg veröffentlichte dazu einen Bericht mit großer Tiefenschärfe, der beispielsweise offenbart, dass am genannten Stichtag in Lichtenberg 47 418 Menschen mit Migrationshintergrund in mittlerer Wohnlage lebten. Oder in der gesamten Stadt 539 Kubaner im Alter von 15 bis 45 Jahre.

Ich bin durch die Stadt gegangen oder gefahren und habe meine Tochter gefragt: „Gibt es hier auch noch echte Berliner“? Eben Berliner Schnauze? Egal wo, in der U-Bahn, in Cafés, in Restaurants, im Taxi, in den Hotels-überall Ausländer. Diese Frage hätte ich nicht stellen dürfen, denn meine Tochter hat bekanntlich Freunde in allen Erdteilen auf dieser Welt. Entsprechend entsetzt war ihr Blick. Natürlich habe ich nichts gegen Ausländer. Im Gegenteil. Auch in Bad Honnef studieren immerhin 1.600 junge Menschen aus 100 Nationen. Was wären wir hier in Deutschland ohne unsere Zuwanderer (Gäste) aus aller Welt? Nichts mehr. Überall in Berlin wird gebaut.

Es entstehen neue Lebensräume mit bis zu 40.000 Wohnungen. Und wenn denn der „Hauptstadt-Flughafen“ irgendwann einmal fertig wird, dann wird der Flughafen Tegel platt gemacht-für ein neues Stadtteil. Ich war in einem russischen Restaurant. Krass! Dabei habe ich an Bad Honnef gedacht, denn: Auch hier wird ja schon bald ein russisches Restaurant eröffnen. Im ehemaligen „Eastwood“ in der Linzer Straße. Verpächter Hansi Hatterscheid meint, im April gehts dort los, im „Ludmillas“. Hauptstadtflair! Was wird aus dem Inselcafé? Nichts genaues hört man.

Nur: „Es wird noch verhandelt“. Immerhin hat Hermann J. Nolden Anfang der Woche den Laden nach 33 erfolgreichen Jahren an die Stadt zurück gegeben. Besenrein! Juut. Jetzt noch ein Berliner Witz zum Thema Multikulti: „Erster Schultag in Berlin. Der Direktor ruft die Schüler auf: „Mustapha El Ekhzeri?“ – „Anwesend!“ „Achmed El Cabul?“ – „Anwesend!“ „Kadir Sel Ohlmi?“ – „Anwesend!“ „Mohammed Endahrha“ – „Anwesend!“ „Mel Ani El Sner?“ – Stille im Klassenzimmer. „Mel Ani El Sner?“ – Stille im Klassenzimmer. Ein letztes mal: „Mel Ani El Sner?“ Jetzt steht ein Mädchen in der letzten Reihe auf und sagt: „Das bin wahrscheinlich ich. Aber mein Name wird MELANIE ELSNER ausgesprochen.“