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Bad Honnef als Radlerstadt

Auch heute gibt es bereits Radverkehr in der Stadt. Manche Menschen bewältigen fast alle Wege per Velo. Um jenseits der Schulwege jedoch wirklich „massenhaft“ Alternative zum Auto zu bieten, dafür sind die spezifischen Defizite der bestehenden Straßen und Verkehrsadern zu groß: Radwege entlang von Land- und Landesstraßen fehlen, eine genügend geschlossene Infrastruktur existiert noch nicht. Für generelle Akzeptanz zu wenig attraktiv, zu wenig sicher.

Hier etwas grundsätzlich zu ändern, das war stets klar angekündigt. Von einem Bürgermeister, der selbst  alle Bad Honnefer Strecken per Rad bewältigt. Otto Neuhoff wählte offensichtlich seine Büroleiterin Johanna Högner, selbst passionierte Bikerin,  zur Projektverantwortlichen. Jedenfalls präsentierte sie das Vorhaben im Verkehrsausschuss.

Die Stadt beteiligt sich am Wettbewerb zur Förderung aus dem Nationalen Radverkehrsplan. Erste Etappe ist die Erstellung einer Konzeptskizze durch ein Team. Von deren Qualität und Überzeugungskraft hängt dann der Verbleib in der zweiten Stufe der Förderung ab. Wie Ende der 90er Jahre beim ersten „Radwegeverkehrskonzept“ will man wieder externe Unterstützung gewinnen; eine Ausschreibung sucht das geeignete Planungs- und Beratungsunternehmen. Das Projekt wird mit allem Ernst angegangen. Kompliment!

Bebauung St. Josef

Alle Fraktionen sind für den Schulneubau. Was immer noch gewöhnungsbedürftig ist nach Jahrzehnten erbitterter Schlachten um das Konzept Gesamtschule. Jetzt erhält Bad Honnef eine solche – in katholischer Trägerschaft. Da das Bistum jedoch einige Zeit später beantragte, auf einen erheblichen Teil des Geländes von Sportplatz und Pausenhof Wohnbebauung zu setzen und so Mittel zu erlösen zwecks Vorhabenfinanzierung, schieden sich die Geister. Doppelt so viele Schülerinnen und Schüler, halbiertes Freigelände für Pausen und Freizeit waren probate Gegenargumente – Vernichtung eines innerstädtischen Sportplatzes ist ein weiteres. Da formal zwei gesonderte Bauanträge eingereicht wurden, werten die kommunalen Planer die beiden Einreichungen der Diözese als getrennte Vorgänge.

Das sieht die Initiative der Anwohner anders. Nach Rechtsberatung vertritt sie die Ansicht, dass beide Vorhaben erkennbar zusammenhängen, sich gegenseitig bedingen und deshalb eine „Einheit“ bilden. Auch und gerade planerisch. Der zuständige Ausschuss allerdings verwarf mit Mehrheit diese Argumentation und folgte der Sicht der Verwaltung: „Der Forderung nach einer Betrachtung der o.g. Bebauungspläne als ‚Einheit‘ wird nicht gefolgt, da hierfür kein formaler Grund vorliegt.“ Ob die Anwohner jetzt aufgeben ist nicht bekannt; sie beraten sich.

Parkraumbewirtschaftung

Die Schärfe der Auseinandersetzung nimmt zu. Während in der Öffentlichkeit bisher Zustimmung zum Konzept nicht wirklich auszumachen ist, gehen CDU, FDP und Bürgerblock jetzt in die Offensive. Sie bezichtigen SPD und Grüne der Unverantwortlichkeit. Denn das Konzept sei grundsätzlich richtig. Außerdem hätten die Gescholtenen den Kreis von 250 Metern für die Innere Zone selbst beantragt.

Jetzt wird externe Unterstützung geholt. Ein Berater- und Planungsbüro vom Fach soll es richten und nach einer „Beobachtungsphase“ das Konzept korrigieren. Bis dahin bleibt es beim Alten; heute bereits erkennbare Fehler werden zunächst aufrechterhalten. Sofort allerdings schließt man sehr wohl Lücken im Konzept. So verhindert eine nachgeschobene Gebührenpflicht für einen Schotterplatz an den dortigen Flüchtlingsunterkünften, dass Parker am Lohfeld auf bisher freie Stellflächen ausweichen. Inwieweit dies die öffentliche Stimmung für das Konzept gewinnt, bleibt abzuwarten. Und es bleibt schwierig.

Bad Honnef als NATO-Hauptquartier?

In der letzten HWZ brachte ein Leserbrief den Vorschlag, als Standort für eines von zwei neu geplanten Hauptquartieren der NATO zu kandidieren. Zum Beispiel zwecks „Nachnutzung“ des ehemaligen Tagungshotels Commundo im Honnefer Süden. Rüstungskonversion einmal „andersrum“, Pflugscharen zu Schwertern. Mancher glaubte durchaus an postkarnevalistisches Talent, zumal die Bildzeitung als Informationsquelle diente. – Gefehlt. Dem Vernehmen nach gab es erste amtliche Kontakte. Die HWZ ist überrascht und wird das Thema weiter verfolgen.

Hockeyplatz

Um die geplante Entwicklung und Bebauung des heutigen Hockeyplatzes sowie des benachbarten Bolzplatzes geht es bei dem Bürgerdialog am Dienstag, dem 13.03.2018, im Zeitraum von 16:00 Uhr bis 19:00 Uhr, im Ratssaal des Rathauses, Rathausplatz 1. Hierzu lädt die Verwaltung alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein. Das Bebauungsplangebiet befindet sich zwischen Kardinal-Frings-Straße, Feilweg, Krachsnußbaumweg sowie der Fläche des Stadions Menzenberg.

 Mit dem Bebauungsplan wird das Ziel verfolgt, durch die Entwicklung kommunaler Flächen zusätzliches Bauland beispielsweise für junge Familien in der Bad Honnefer Tallage zu schaffen. Hierzu wurden für den Bürgerdialog drei unterschiedliche Bebauungs- und Erschließungsvarianten mit verschiedenen Wohnmischungen entwickelt. Der Erlös aus der Entwicklung der Hockeyplatzfläche zum Neubaugebiet ist die finanzielle Grundlage, um die Sportanlage Menzenberg zu sanieren und weiterzuentwickeln. bh/cp

Foto: Pixelio