Meine sehr verehrten Damen und Herren, kennen Sie den Unterschied zwischen der Stadt Bad Honnef und mir? Es gibt keinen. Wir befinden uns beide permanent im Wechselbad der Gefühle. Zwischen Himmel hoch jauchzend und tief betrübt. Beispiele gefällig? Die Stadt bekommt eine Gesamtschule vom Erzbistum Köln für 30.000 000 Euro spendiert. Im gleichen Atemzug muss das marode Kurhaus geschlossen werden, bald vielleicht auch das Rathaus, die Stadtsparkasse wird uneigenständig, unser Lieblingshoteldirektor Michael Holmer Gerdes ist auf einem unfreiwilligen Weg in den Vorruhestand, die Menzenberger Sporthalle hält auch nicht mehr gar so lange durch.

Mein Freund Michael Köjer würde jetzt sagen: „Ich bekomme Schnappatmung“. Genau. Das Kurhaus soll ab März 2019 für ein Jahr geschlossen werden. Für überlebenswichtige Reparaturarbeiten. Erfahrungsgemäß dann also für zwei Jahre. Heißt: Karneval, Aalkönigsfest, Schützengala und viele andere Veranstaltungen müssten sich eine neue Heimat suchen. In Bad Honnef unmöglich. Maritim in Königswinter? Mehrzweckhalle in Windhagen? Irgendwie undenkbar für die großartigen Bad Honnefer Veranstaltungen. Einen Plan B gibt es allerdings noch nicht.

Ups, hier kommen gerade private e-mails rein. Meine Tochter ist zurück aus ihrem Urlaub. Sie war sechs Wochen in den USA und Kanada. Mein Sohn hat sich eine Wohnung in Düsseldorf gekauft. Er war gerade beim Notar. Da mache ich mir schon so meine Gedanken. Wie kann ein in Köln wohlerzogener Sohn nach Düsseldorf ziehen und dort eine Wohnung kaufen? Was habe ich falsch gemacht? Warum düst meine Tochter um die Welt, wo es doch auch in Bad Honnef, Königswinter oder Unkel unfassbar schön ist? Mein Schicksal! Aber fantastisch für die zukünftige, so weltgewandte Generation.

Zurück nach Bad Honnef. Auch hier gibt es natürlich abseits aller Horrormeldungen positive Lichtblicke: Die, für mich, einzigartige Eventlocation „Blaue Sau“ im Lohfeld eröffnet, die Cocktailbar „Flamesnapes“ in der Hauptstraße brummt, marode Straßen werden ausgebessert, Vierkotten bleibt uns wohl noch länger erhalten, Karneval steht vor der Tür. So what? Unsere 1.Beigeordnete Cigdem Bern will von Bad Honnef nach Viersen wechseln. Viersen? Oh, mein Gott. Was haben wir falsch gemacht?

Hier die Meldung der Viersener Stadtverwaltung: „Der Rat der Stadt Viersen wird am Dienstag, 25. September 2018, zwei neue Beigeordnete wählen. Darauf haben sich die Fraktionen verständigt. Einzige Kandidatin für das Amt der Beigeordneten für Soziales, Jugend, Bildung, Kultur und Sport ist Cigdem Bern. Sie arbeitet noch als Erste Beigeordnete bei der Stadt Bad Honnef“. Auch ihre Vorgängerin Monika Oestreich hat sich während ihrer Amtszeit wegbeworben. Da stimmt doch was nicht. Aber was?  Auf jeden Fall hat der Viersener Stadtrat Frau Bern mit überwältigender Mehrheit gewählt. Freitag findet der letzte Schlemmerabend des Jahres auf dem Marktplatz statt. Wir sehen uns…