Selhofer Schauspiel

PENSION KAISER: Einer spinnt immer

Wenn die Laienschauspielgruppe des Bürgervereins Selhof in den Saal Kaiser zum Lustspiel bittet, dann lassen sich die Besucher auch nicht durch spiegelglatte Straßen aufhalten. Wie vergangenen Samstag Abend geschehen. Der Saal war mit knapp 200 fröhlichen Menschen ausverkauft. Und die wurden von Minute zu Minute fröhlicher.

Wenn die begnadeten Selhofer Schauspieler über die Bühne fegen, dann bleibt kein Auge trocken. Dazu ein Kölsch an Russenei, mehr Glücksgefühle kann kaum ein Mensch aushalten. „Einer spinnt immer“ heißt die Posse in drei Akten, die vor Urzeiten als „Pension Schöller“ im Milliowitsch-Theater aufgeführt wurde.

Die Selhofer Theaterwissenschaftler Erika und Norbert Bös verlegten die Pension Schöller kurzerhand in den Saal Kaiser und das Spiel konnte beginnen. Mit den besten Schauspielern die jenseits von Hollywood aufzubieten waren: Erika und Norbert Bös,Nadine und Ralf Batzella, Klaus Mastallerz, Norbert und Karin Grünenwald, Carsten Neumann, Ruth Kessler, Reiner Randerath -Neumann und Manuela Zessin.

Die wahre Geschichte: Otto Ofenloch, ein vermögender Privatier, möchte unbedingt einmal eine Irrenanstalt von innen kennenlernen. Sein Neffe ist mit der Nichte der Pensionswirtin befreundet und schwindelt ihm vor, die Pension Kaiser sei eine solche Heilanstalt. Der Hintergedanke: Ofenloch soll der angeschlagenen Pension finanziell unter die Arme greifen.

Die Gäste der Pension, ein Major, ein weitgereister Abenteurer, eine allzu neugierige Schriftstellerin, ein Möchtegernschauspieler mit fatalem Sprachfehler, ein sympathischer junger Mann und zwei mannstolle Weibsleute, sie alle machen ihm dann zu schaffen.

Es ist zum Brüllen, was Otto Ofenloch alles mit den harmlosen Gästen erlebt, da er aber alle für Irre hält, geht er stets auf ihre Wünsche und Absichten ein. Mit dem Major will er sich bereitwillig duellieren, den Weltreisenden will er auf Löwenjagd begleiten, der Schriftstellerin erzählt er eine haarsträubende Lebensgeschichte, den Schauspieler will er protegieren, die Weibsleute wollen geheiratet werden.

Im Glauben, die Irren seien gut verwahrt, denkt er natürlich nicht daran, seine Versprechen einzulösen. Um sie endgültig loszuwerden, heiratet er sogar die Pensionsbesitzerin, löst damit deren finanziellen Probleme, und glaubt nach der Schließung der Pension jetzt endgültig alle Verfolger los zu sein.

Aber erstens kommt es anders, und zweitens…Am 18.März machen die Selhofer im Kurhaus Station. ghbö