Wer kennt das nicht? Dieses Abtauchen in Filme, Serien oder Bücher. Man schaut einen Film, eine Serie oder liest ein Buch und befindet sich plötzlich ganz im Leben dieser Szenarien und Geschichten anderer. Und dann wünscht man sich dorthinein. Ähnlich geht es mir mit dem Buch, das ich letzte Woche gelesen habe. Die Handlung spielt in einem Küstenort Südafrikas, den ich einmal während einer Reise besuchte.

Somit war mir die Kulisse der Erzählung sehr präsent: Das Licht, die Farben, die Wärme, die Häuser und Straßen. Ich konnte das alles beim Lesen wirklich sehen, geradezu spüren. Und ich konnte den salzigen Duft des Meeres riechen. Ich begleitete die Romanfiguren quasi Seite an Seite. Das war ein angenehmes, heimeliges und auch erregendes Gefühl. Ich trage dieses Gefühl nun schon seit Tagen mit mir herum. Einerseits genieße ich das. Andererseits ruft es großes Fernweh in mir hervor.

Und dann frage ich mich zum wiederholten Male, ob ich hier und jetzt, wo ich tatsächlich bin, hingehöre … Nun mischt sich aber wie immer die Vernunft ein: „Versuche nicht in das Leben anderer zu schlüpfen! Du hast Dein Leben! Mit wem würdest Du wirklich tauschen wollen?“ Und dann antwortet die Erkenntnis wie immer: „Ich will nicht tauschen! Mit niemandem!“ – Daraufhin erwidert die Vernunft: „Dann hast Du alles richtig gemacht.

Werde jetzt endlich und verdammt nochmal glücklich mit Deiner Entscheidung und Deinem Leben!“ … Ja! Vernunft und Erkenntnis sind wirklich klug. Die Seele spielt leider nicht immer nach deren Regeln. Sie verliert sich gerne immer mal … und findet sich dann in dem Leben anderer wieder … Franziska Lachnit (2019)