Eine kleine Geschichte aus dem Schulalltag: Jede Woche an einem Nachmittag begebe ich mich mit ein paar Grundschulkindern auf Entdeckungsreise. Wir erleben auf den Spuren großer Entdecker – Marco Polo, Christoph Kolumbus, James Cook und vieler anderer – die Erforschung unserer Erde. Mit Marco Polo, seinem Vater und Onkel unternahmen wir also eine Entdeckungsreise nach China. Wir lernten, mit Stäbchen zu essen und erfuhren vom Geheimnis der Glückskekse und der Chinesischen Tierkreiszeichen.

„In welchem Jahr bist Du geboren?“ – lautete die entscheidende Frage. Drei Kinder waren im Jahr des Hasen geboren, ein Kind im Jahr der Ratte und eines im Jahr des Schweins – ich im Jahr der Ziege. Gelächter, Kommentare, Begeisterung, aber auch Ablehnung sprudelten. Dann malten die Kinder ihr Tierkreiszeichen in ihr Reisetagebuch: Konzentriert und mit viel Sorgfalt wurde gezeichnet. Bunte Meisterwerke wurden erschaffen: Eine tolle Ratte, ein niedliches Schwein und Hasen in erstaunlicher Vielfalt.

Eines der Hasen-Bilder machte uns alle sehr neugierig:  Da war ein Wesen zu sehen, welches durchaus ein Häschen hätte sein können. Dahinter stand eine Hütte oder ähnliches. „Was ist das denn?“ – wollte ich wissen. „Das Hexenhaus.“ –  antwortete der Künstler gelassen und als wäre es selbstverständlich. „Aber was macht denn der Hase vor dem Hexenhaus?“ – „Das ist kein Hase!“ bekam ich zu hören, als müsste ich es wirklich besser wissen.

„Das ist die Hexe! Den Hasen male ich noch.“ Daraufhin entstand tatsächlich ein dicker, Garfield-ähnlicher Hase. Nun wollten wir aber hören, welche Rolle die Hexe spielt. „Die Hexe hatte den Hasen gefangen und versuchte, ihn in ihr Hexenhaus zu bringen. Sie konnte ihn aber nicht tragen, weil er ja so dick ist.“ – Tja, Pech für die Hexe und wahres Glück für den dicken Hasen! Franziska Lachnit (2018)