Foto: Zufriedene Gesichter bei Gästen und dem Stadtjugendring-Vorstand (von links): Ingo Leven, Lisa Scharfenstein, Marcelo Peerenboom, Anna-Lu Masch, Moritz Zummack, Marius Nisslmüller, Frank Winkler, Andreas Roschlau, Klaus Munk und Anne Larroque. Vorne: Mitglieder der Tanzgruppe „Boys & Girls“, die einige ihrer neuen Tänze zeigten. Foto: Stadtjugendring/Böschemeyer

Interessenvertretung der Bad Honnefer Jugendarbeit feiert mit zahlreichen Weggefährten

Lob, Dank und Ansporn: Dieser Dreiklang kennzeichnet die Jubiläumsfeier des Stadtjugendring Bad Honnef. Die Arbeitsgemeinschaft Bad Honnefer Jugendverbände besteht seit nunmehr 40 Jahren, und aus diesem Anlass hatte der neugewählte Vorstand zahlreiche Vereinsvertreter, Kommunalpolitiker und Weggefährten zu einer Feier in das evangelische Gemeindehaus eingeladen. Der neue Vorsitzende Marius Nisslmüller brachte die Bilanz nach vier Jahrzehnten so auf den Punkt: „Der Stadtjugendring ist aus Bad Honnef nicht mehr wegzudenken.“

Marius Nisslmüller erinnerte in seiner Rede an einen kleinen Fehler, der die Gründung des Vereins vor 40 Jahren so menschlich machte: Aufgrund eines Tippfehlers musste die Gründungsversammlung vom 20. April 1977 wiederholt werden. Am 18. Mai 1977 kam es daher zur zweiten Versammlung, da das Amtsgericht die Gründung wegen des Formfehlers nicht durchgehen ließ. Vieles hat der Stadtjugendring in den Jahren seit seiner Gründung bewegt.

Vorsitzender Nisslmüller: „Der Stadtjugendring hat sich in den vier Jahrzehnten seines Bestehens zu einem ernstzunehmenden Partner der Stadt entwickelt. Wir sind Anbieter, Dienstleister und Verwalter. Das ist für die Stadt Bad Honnef natürlich bequem. Bei uns hat sie aber auch gleichzeitig die Gewissheit, dass hier Menschen am Werke sind, denen die Arbeit am Herzen liegt, denen es nicht gleichgültig ist,  wie ein Jugendzentrum aussieht, welche Angebote es für Kinder gibt und wie Betreuungsangebote an den Schulen gestaltet werden.“

Landtagsabgeordneter Katharina Gebauer zog angesichts der Bilanz im Namen von Ehrenamtsstaatssekretärin Andrea Milz den Hut: „Der Stadtjugendring Bad Honnef ist eine Erfolgsgeschichte!“  Sie freute sich, dass sich nach wie vor so viele junge Menschen ehrenamtlich engagieren und viel auf die Beine stellen: von der Feriennaherholung angefangen bis zum Open-Air-Festival „R(h)einspaziert“. Auch Vizebürgermeister Klaus Munk gratulierte herzlich und bedankte sich im Namen der Stadt für die gute Zusammenarbeit und die engagierte Arbeit. Er spornte den neuen Vorstand an: „Schubsen Sie uns ruhig, um für Ihre Anliegen zu kämpfen.“ In diesem Zusammenhang spielte er auch auf den Altersdurchschnitt im Stadtrat an. Als kleine Kostprobe dessen, was unter dem Dach des Stadtjugendrings alles schon wachsen konnte, präsentierten Mitglieder der Tanzformation „Boys & Girls“ unter Leitung von Anna-Lu Masch Ausschnitte aus dem neuen Programm „Spuren“.

Dass die Jugendlichen zuversichtlicher sind als es manche bisweilen glauben, machte Ingo Leven, Mitautor der großen Shell-Jugendstudie, deutlich. Den Studienleiter des Instituts TNS Infratest Sozialforschung in München hatte der Stadtjugendring als Gastredner eingeladen, um einen inhaltlichen Schwerpunkt zu setzen.  Die Forscher fassten die Ergebnisse der Jugendstudie in folgende Beschreibung zusammen: „Eine pragmatische Generation im Aufbruch“. Leven erinnerte daran, dass es sich um die erste Generation handelt, die vollständig im wiedervereinigten  Deutschland aufgewachsen ist.

„Die junge Generation in Deutschland zeichnet sich durch eine pragmatische Haltung gegenüber Schule und Beruf, Familie und Freundeskreis aus“, berichtete der Sozialforscher und stellte den jungen Menschen insgesamt ein gutes Zeugnis aus, da sie in vielen Einstellungen keine Gegensätze mehr sehen. Die Jugendlichen legen Leven zufolge vielmehr eine gesunde Sowohl-als-auch-Haltung an den Tag: Demnach wollen sie sich nicht auf lange Zeit binden, setzen aber dennoch auf Sicherheit.

Abschließend moderierte Lisa Scharfenstein, neue stellvertretende Vorsitzende des Stadtjugendrings, eine Gesprächsrunde mit ehemaligen Vorsitzenden und dem aktuellen Chef des Vereins. Johannes Brings, Marcelo Peerenboom und Andreas Roschlau repräsentieren 27 Jahre Stadtjugendring, rechnete Lisa Scharfenstein vor. Die Diskussion machte deutlich, welche Entwicklung der Verein in vier Jahrzehnten genommen hat: von der reinen Interessenvertretung der Vereine hin zu einem Träger von Betreuungseinrichtungen, Veranstalter und Organisator.

Marius Nisslmüller zeigte sich froh darüber, dass die Personal- und Trägerverantwortung mittlerweile in einer eigenen GmbH gebündelt ist, sodass sich der neue Vorstand nun wieder verstärkt der Vernetzung der Kinder- und Jugendarbeit in Bad Honnef widmen möchte. Außerdem will der Vorstand die Vereine dabei unterstützen, Zuschüsse für ihre Arbeit zu erhalten. mp

Mehr Infos: www.sjr-honnef.de