Weil viele Freizeitaktivitäten wegen der Gefahren durch das Coronavirus aktuell nicht möglich sind, entdecken die Menschen im Rhein-Sieg-Kreis und in Bonn ihre unmittelbare Umgebung neu. Und die Region hat viel zu bieten: Wanderparadiese wie im Siegtal mit den Etappen des Natursteig Sieg und den Erlebniswegen Sieg oder Fahrradrouten im Linksrheinischen durch blühende Obst- und Gemüseplantagen.

„Viele Menschen nehmen jetzt wahr, dass es nicht immer eine Fernreise sein muss“, sagt Landrat Sebastian Schuster. „Auch in unserem schönen Rhein-Sieg-Kreis gibt es viel zu entdecken, und dafür muss man nicht einmal weit anreisen.“

Faszination Siebengebirge

Das Siebengebirge ist als Wandergebiet bekannt und beliebt, aber auch hier gibt es immer wieder Neues zu entdecken und Wege zu erkunden, die weniger stark begangen sind – wie etwa der Kapellenwanderweg durch Königswinter mit seinen drei „Kapellenschleifen“ im Pleiser Hügelland.

Seit Mitte März fährt zwar die Drachenfelsbahn hoch zur Burgruine nicht mehr, trotzdem wurden auf dem Drachenfelsplateau an der Zählstelle von Januar bis März 2020 55.236 Wanderinnen und Wanderer gemessen. Das sind 3,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum in 2019.

Auch der Rheinradweg ist sehr beliebt. Oliver Bremm, Geschäftsführer der Tourismus Siebengebirge GmbH, empfiehlt ganz besonders die Audio-Landschaftstour „Drachenfelsblick“ zwischen Königswinter und Linz mit 15 Audiohörstellen. „Wer davon nicht genug kriegen kann, verfolgt einfach unsere wöchentlichen Wandertipps auf Facebook“, ergänzt Bremm.

Fahrradfahren liegt bei uns im Trend

Linksrheinisch findet sich ein wahres Paradies für Radfahrende! Unzählige Feldwege durchziehen z.B. das Drachenfelser Ländchen in Wachtberg und das Vorgebirge. Die im vergangenen Jahr neu eröffnete Rheinische Apfelroute führt auf 142 Kilometern durch das größte Obst- und Gemüseanbaugebiet Nordrhein-Westfalens.

Seit 2015 hat der Rhein-Sieg-Kreis an zehn Punkten im Kreisgebiet Zählstationen an den Radwegen installiert, die nun Rekordzahlen liefern. So gab es an den linksrheinischen Zählstellen in den Monaten März und April im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um rund 70 Prozent. Am Rheinradweg in Niederkassel und an den Stationen an der Sieg hat sich die Frequenz sogar verdoppelt.

Die Region ist gut vernetzt

Die Zugriffszahlen auf die Internetseiten der Tourismusregionen sowie die Followerzahlen auf den Social-Media-Kanälen schießen ebenfalls in die Höhe: Viele Menschen holen sich im Netz Anregungen und Tipps für die nächste Wander- oder Fahrradtour und tauschen dort ihre Erfahrungen aus.

Schön hier!

Nicht nur für die Einheimischen sind die Freizeitangebote im Rhein-Sieg-Kreis interessant, viele Urlauberinnen und Urlauber aus ganz Deutschland werden in diesem Jahr wohl vermehrt bei uns buchen. Das Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes erwartet, dass sich der Binnentourismus deutlich früher erholt als der internationale Tourismus.

„Darunter fällt natürlich auch das Wandern“, sagt Jens Kuhr, der Sprecher des Wanderverbandes. „Schon alleine deshalb könne man davon ausgehen, dass die Zahl der Wanderinnen und Wanderer in Deutschland im Sommer zunehmen werde. Das gelte auch für Radwandernde.

Kreiswirtschaftsförderer Dr. Hermann Tengler sieht gute Chancen, dass sich der Trend zu Freizeitaktivitäten wie Wandern und Radfahren, Naherholung und Ausflügen in der engeren Heimat auch nach Corona fortsetzt: „Nicht nur der Übernachtungsgast, auch der Tagestourist ist von großer ökonomischer Bedeutung für Gastgewerbe, Einzelhandel und Dienstleistungen in der Region. Wenn die die Betriebe nun wieder öffnen können, wird die gestiegene Kundenfrequenz dazu beitragen, dass sich die wirtschaftlichen Perspektiven allmählich wieder verbessern“, so Tengler. rsk