Ein hartes Stück Arbeit zum Rückrundenauftakt

Dragons Rhöndorf vs. TG s.Oliver Würzburg 72:56 (15:5/16:20/18:18/23:13)

In einem über weite Strecken zerfahrenen Spiel gegen aufopferungsvoll kämpfende Gäste aus Würzburg bewahren die Dragons Rhöndorf ihre weiße Weste auf dem Parkett des DragonDome und fahren mit dem 72:56-Erfolg den fünften Sieg in Serie ein.

Vor 900 Zuschauern im DragonDome am Menzenberg erwischten die Hausherren den besseren Start und hatten in Alexander Möller ihren Aktivposten unter den Körben, denn der 2,08 Meter große Center der Drachen markierte die ersten vier Punkte seines Teams, ehe Capitano Viktor Frankl-Maus  und Kameron Taylor zum 8:0 nachlegen konnten.

Als Thomas Michel artistisch zum 10:0 einflog und auch per Foul nicht zu stoppen war, hatte Gästetrainer Liam Flynn genug gesehen und bat seine Mannen zum Timeout auf die Bank. Doch auch nach den neuen taktischen Ansagen wurde jedem geneigten Betrachter klar, wer Herr im Hause an der Menzenberger Straße ist, denn bis zum Ende des ersten Viertels sollten lediglich 5 Punkte ihren Weg ins Scouting der Gäste finden, während die Dragons ihrerseits solide 15 Punkte aufs Tableau bringen konnten. 

Im zweiten Viertel legten die Gäste aus Unterfranken merklich einen Schritt zu, doch vor allem Center Alexander Möller hatte immer wieder die passenden Antworten parat, was jedoch nichts daran änderte, dass der Bundesliga-Nachwuchs von s.Oliver Würzburg stets in erweiterter Schlagdistanz bleiben konnte.

Vor allem in der Offense war aber mehr als nur Sand im Getriebe, denn auch die offensten Würfe wollten auf Drachen-Seite nicht den Weg in die Reuse finden, was für die eine oder andere Sorgenfalte auf der Stirn von Coach Adelt sorgte. Beim Stand von 31:25 baten die Schiedsrichter schließlich zum Pausentee, den sich vor allem Center Alexander Möller redlich verdient hatte, der in den ersten 20 Minuten bereits 14 Punkte, gepaart mit 6 Rebounds, in den Statistikbogen eintragen konnte.

Trotz ausgiebiger Analysen zur Halbzeit änderte sich zu Beginn des dritten Viertels wenig am nervösen Auftreten der Dragons, ehe Kameron Taylor die stehenden Fans mit seinem Korb zum 33:25 erlöste. Doch auch dieses Erfolgserlebnis sorgte nicht für einkehrende Ruhe im Spiel der Drachen, denn auch weiterhin blieben die jungen Korbjäger aus Würzburg stets gefährlich und arbeiteten sich Stück für Stück an die Gastgeber heran und spätestens beim Stand von 44:42 war das Spiel wieder absolut offen.

Jetzt war Momentum gefragt und für dieses ist im Drachen-Lager Kameron Taylor zuständig, der mit dem Buzzer gegen vier Würzburger zum 49:43 abschließen konnte. Es war also alles angerichtet für nervenaufreibende finale 10 Minuten, doch an einem engen Basketball-Krimi hatten vor allem die Drachen kein Interesse und so wurden die Defense-Schrauben merklich angezogen, während in der Offense nun auch vermehrt von Downtown Lösungen gegen die Zonen-Verteidigung von s.Oliver Würzburg gefunden wurden.

Als Kameron Taylor mit einem sauberen Jumper die Führung erstmals wieder in den zweistelligen Bereich ausbauen konnte, war das so wichtige Momentum wieder klar auf Seiten der Mannen vom Menzenberg, die durch Thomas Michel und Yannick Kneesch den Vorsprung weiter ausbauen konnten (64:50). Der sprichwörtliche Drops war jetzt gelutscht, denn den Gästen fehlten nun Mittel und Wege, um einen Weg zurück in die Partie zu finden. Diese Schwäche wussten die Drachen bis zum Spielende zu nutzen, um einen letztlich auch in der Höhe verdienten 72:56-Erfolg einzufahren.

Damit bleiben die Dragons Rhöndorf auf heimischem Parkett weiterhin ungeschlagen und fahren mit dem Sieg zum Rückrundenstart den 5. Sieg in Folge ein.

Thomas Adelt (Headcoach Dragons Rhöndorf): „Würzburg hat sich sehr teuer verkauft und war der erwartet unangenehme Gegner. In einigen Situationen haben wir den richtigen Fokus vermissen lassen, was zu schlechten Entscheidungen geführt hat, aber auch das sind Erfahrungen, die junge Mannschaften machen müssen. Wichtig war, dass wir am Ende noch die richtigen Antworten gefunden haben und einen verdienten Sieg einfahren konnten.“

Liam Flynn (Headcoach TG s.Oliver Würzburg): „Rhöndorf ist eine gut spielende und gut gecoachte Mannschaft, die zurecht gewonnen hat. Meine junge Mannschaft hat über das gesamte Spiel einen tollen Kampf geliefert, was uns auch lange im Spiel gehalten hat. Letztlich fehlte uns am Ende die nötige Erfahrung, was sich auch in den vielen Ballverlusten ausdrückt.“ ds

Rhöndorf: Frankl-Maus (11/2-3er), Taylor (22/1, 10 Rebounds, 7 Assists, 8 Steals),  Blass (0), Vermum (0), Kneesch (1), Möller (18, 9 Rebounds), Koschade (1), Michel (12), Elksnis (2), Reusch (0), Geretzki (5/1)

Würzburg: Jackson-Cartwright (DNP), Hadenfeldt (10/1-3er), Kunz (3/1), Leonhardt (8/2), Jackson (18, 16 Rebounds), Weitzel (12), Buschbeck (0), Javernik (5), Saigge (0)