Meine sehr verehrten Damen und Herren, mit der Studie „Vitale Innenstädte“ untersuchte das IFH (Institut für Handelsforschung) Köln, wie Passanten deutsche Stadtzentren bewerten. Leipzig, Erfurt, Trier, Stralsund und Wismar haben die attraktivsten Innenstädte, das zeigt die neueste Auswertung, die vergangenen Dienstag im „Karlottas“ präsentiert wurde. Wohlbefinden und Erlebnis seien die Stellschrauben für zufriedene Besucher. In Bad Honnef  waren 48,5 Prozent der Befragten mit der Innenstadt zufrieden. 60 Prozent hoben Ambiente und Flair der Stadt hervor. Und jetzt die Überraschung: Ein fehlender Lebensmittelversorger und die Parksituation in der Innenstadt wurden gerügt.

Die Frage: Warum kommen Besucher im digitalen Zeitalter noch in die Innenstadt und welche Aspekte sind ihnen bei ihrem Besuch in der City besonders wichtig? Dieser Frage ist das IFH Köln mit der Untersuchung „Vitale Innenstädte“ nun bereits zum dritten Mal nachgegangen und hat bundesweit an 116 Standorten insgesamt über 59.000 Interviews mit Innenstadtbesuchern geführt. Das Ergebnis: Auch dieses Mal verpassen die meisten deutschen Citys eine wirklich gute Bewertung und erhalten im Durchschnitt wie in den Vorjahren die Schulnote drei plus (2,6). „Mit der erneuten drei plus im Durchschnitt können und dürfen die deutschen Innenstädte (auch Bad Honnef) nicht zufrieden sein.

Um dem Strukturwandel adäquat zu begegnen und auch für die Innenstadtbesucher von morgen weiterhin attraktiv zu sein, muss ein Ergebnis im Zweierbereich her“, sagte Oliver Brimmers vom IFH. Wichtig seien eben Ambiente, Erreichbarkeit, Parkmöglichkeiten, Ladenöffnungszeiten, Gastronomie, Einzelhandels-, Freizeit- und Dienstleistungsangebot. 56 Prozent aller Konsumenten würden sich heute zwar vorab im Internet informieren, um danach dann doch im stationären Handel einzukaufen. Daher sei für alle Unternehmen auf der einen Seite eine umfassende Internetpräsenz enorm wichtig und auf der anderen Seite eine unverwechselbare Erlebniswelt in den Geschäften und um die Geschäfte herum. In diesem Zusammenhang lobte Brimmers die vielfältigen Aktivitäten der Innenstadtgemeinschaft.

Im Durchschnitt verbringe der Innenstadtbesucher zwei Stunden in Bad Honnef, er sei über 50 Jahre alt und überwiegend weiblich. Daher bekam das hiesige (Damen-) Bekleidungsangebot wohl auch eine Bestnote. Fazit: Die Befragten (mehrheitlich Einheimische) wollen in der Innenstadt eine schöne Zeit verbringen, einkaufen und gut essen. Und das funktioniere. Zwar nicht richtig „gut“ aber immerhin „befriedigend plus“.

Nach dem Vortrag habe ich eine Runde durch die Innenstadt gedreht. Zu Fuß! Training für „7 auf einen Streich“. Scherz! Neue Brille bei Beth gecheckt, Schwätzchen bei „Oma“ Philomena gehalten, Eis bei Belluno geschleckt, neues Schuhwerk bei Intersport geordert und einen Espresso mit Franco getrunken. Schön hier! Meine Note für Bad Honnef: „sehr gut“. Na ja, dann habe ich dummerweise noch Kontoauszüge bei den Banken meines Vertrauens abgeholt. Keine gute Idee. Ungenügend! Setzen! Daher hier eine Kleinanzeige in eigener Sache: „Verarmter Verleger sucht einsame, aber bitte schwerreiche Witwe, zwecks Adoption“. Ich kann übrigens auch kochen und Spülmaschinen einräumen. Nur bügeln geht nicht mehr, wegen Rücken. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. Ein schönes Wochenende allerseits. Bleiben Sie heiter, irgendwie…