Investor bekundet Interesse an Gestaltung eines wesentlichen Bereichs der Innenstadt

Genau so war es geplant: Ein Integriertes Stadt-Entwicklungs-Konzept ISEK setzt einen Rahmen, der überzeugend und attraktiv genug ist, um Investoren zu gewinnen. Die Interessensbekundung zur Gestaltung des Karrees an der Ecke von Saynschem Hof und Kirchstraße, angrenzend zu Optik Beth und Textil Bähr, um Mister Baker und zwei Parkareale herum war jüngst Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Bauen.

Konkret geht es um die Errichtung eines großen, gegliederten Gewerbe- und Wohnkomplexes. Die ersten, noch sehr konzeptionellen Varianten zur Gestaltung lassen erkennen, dass das Objekt seiner Umgebung angepasst wäre. Eine deutliche Aufwertung der Innenstadt. Gleichzeitig großer Schritt zur Eröffnung des Saynschen Hofes als dritter City-Achse neben Haupt- und Bahnhofstraße. Zudem ist eine Tiefgarage Teil der Vorplanung – eine Tiefgarage, die nicht nur die Versorgung des Gebäudes selbst, sondern zusätzlich (!) auch die Gesamtzahl der durch eine solche Bebauung verloren gehenden Parkplätze böte.

Die Realisierung eines solchen Projektes wäre ein Glücksfall für Bad Honnef. Stadt und der als Investor Anfragende haben offensichtlich das gemeinsame Interesse, „dort ein Leuchtturmprojekt zu errichten“. Hand in Hand, neudeutsch eine Win-Win-Situation. Der Betreiber des Projektes leugnet keineswegs seine Verbundenheit mit Bad Honnef. Er sagt darüber hinaus deutlich, dass ihn ISEK auch zu seinem Vorhaben inspiriert habe. Es passe eben, und „es wäre schön für mich und die Stadt“.

So sah es auch der Ausschuss und beauftragte einmütig die Verwaltung, „Sondierungen zur möglichen Einleitung eines Aufstellungsverfahrens für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan Kirchstraße / Am Saynschen Hof vorzunehmen“. Damit ist noch keine Baumaßnahme beschlossen, kein Termin für rollende Bagger fixiert. Beide Seiten machen sich jedoch gemeinsam auf mit gemeinsamer Zielsetzung. Nach Stillstand über viele Jahre in diesem vernachlässigten Bereich der Innenstadt bedeutet das viel.

Denn auf dem Lageplan lässt sich erkennen, wie gut das Vorhaben mit der dort von der Stadt skizzierten Gesamtplanung korrespondiert. Die Planung beträfe die Grundstücke im privaten Besitz samt jener im kommunalen Eigentum. Sie will eine vorzeigbare Objektfront zum Saynschen Hof schaffen, welche die zum Teil historischen Häuser ringsherum in deren eigenständiger Geltung lassen und die Autos ohne Verlust von Parkraum aus der Sicht nehmen, die bisherigen Funktionen Wohnen und Gewerbe bewahren und ausbauen. So verdient sie zu Recht das Prädikat „stilbildend“. Und unterscheidet sich im Grad der Verantwortlichkeit deutlich vom Plan jenes Projektes „Pfarrheim“, das zwischen Kirche und Rathaus zuallererst auf eine Tiefgarage verzichten will mit der so lapidaren wie untauglichen Begründung, dies würde sich nicht rechnen.

Die Parole der Neugestaltung könnte lauten: respektables Entree zur City statt Hinterhofanmutung. Inhaltlich bietet ein solches Projekt natürlich auch die Option, ISEK mit überzeugendem Start orientierende Substanz zuzuweisen. Im Ausschuss waren Alle zufrieden, wollen den Prozess positiv begleiten. Günstig, dass es um ein Vorhaben geht, welches nicht umstritten ist. Welches neben Quantitäten vor allem Qualität liefern will. Welches augenscheinlich dem Gemeinwohl dienen und der Geschäftswelt wie dem Flair der Innenstadt förderlich sein kann. Es sollte selbstverständlich bleiben, die in Frage stehenden öffentlichen Areale zu integrieren – wie es die beiden vom Ausschuss bevorzugten Vorplanungsvarianten auch tun.

Zuletzt sei noch an einen Aspekt erinnert. Unisono lobten die Fraktionen die diesmal früh erfolgte Information. Keine Spur von Geheimniskrämerei oder Wagenburgmentalität. Das lässt Überzeugung wachsen, erhöht Anziehungskraft und Attraktivität. Solches Vorgehen etabliert erkennbar auch die Offenheit der Diskussion, stärkt Transparenz gegenüber der Bürgerschaft als eigentlichem Souverän der Stadt. Auch deshalb ist abzusehen: Die Chancen des Projektes stehen gut. bh