Meine sehr verehrten Damen und Herren, Sie werden sich eventuell noch daran erinnern: Früher gab es die sogenannte „Kölner Liste“. Die regelte recht verbindlich, welche Geschäfte in oder außerhalb der Innenstädte ansiedeln durften, und welche nicht. So begab es sich, vor ungefähr 15 Jahren, dass im „Honnefer Süden“ beispielsweise ein Fachmarkt für Kinder/Babyartikel aufmachen wollte.

Das wurde abgelehnt, weil es in der Innenstadt bereits ein solches Geschäft gab. Und heute? Heute möchte sich dem Vernehmen nach ein großer Buchhändler in der Stadt ansiedeln, in der es bereits zwei kleine Buchhändler gibt. Dazu Centrumchef Georg Zumsande in einer Presseinfo: „Ein sehr ernst zu nehmendes Gerücht macht in der Innenstadt die Runde, dergestalt, dass die Mayersche Buchhandlung mit Buchhandel, Café – Shop, Zeitschriften, Schreibwaren u.V.m.  im ehemaligen Kaiser`s eine Niederlassung plant. Dies alles soll mit aufwändiger Sanierung in diesem Jahr über die Bühne gehen, eine Eröffnung ist zu Weihnachten 2017 geplant.

Sollte an diesem Gerücht was Wahres sein, wird die Einzelhandelsstruktur der Innenstadt in erhebliche Schieflage geraten. Kurzfristige Geschäftsaufgaben alteingesessener Bad Honnefer Familienbetriebe wären die Folge“. Postwendend erfolgte eine Stellungnahme der Stadtverwaltung: „Bezugnehmend auf die Anfragen von Vertreterinnen und Vertretern der Presse und der Werbegemeinschaft Centrum e.V. teilt die Stadtverwaltung Bad Honnef mit, dass sie am gestrigen Nachmittag erstmalig angesprochen wurde und die Information erhielt, dass die Mayersche Buchhandlung ein mögliches Interesse an der Ansiedlung in der ehemaligen Kaiser’s-Filiale in der Hauptstraße 42 habe.

Wie wahrscheinlich dies ist, kann derzeit städtischerseits nicht genau eingeschätzt werden . Die Informationen konnten im Kontakt zum Verpächter bislang nicht verifiziert werden. Auf die Form der Nutzung der Räumlichkeiten hat die Stadt keinen Einfluss. Sie steht jedoch im regelmäßigen Austausch mit dem Verpächter. Dabei ist u.a. das Ziel, die städtischen Interessen in den Entwicklungsprozess der Immobilie einzubringen“.

Die Buchhandlung Werber, die als Buchhandlung mit eigener Druckerei und Binderei 1887 vom Ettenheimer Buchdruckmeister Karl Werber gegründet wurde, war ursprünglich in der Hauptstraße 82 ansässig, Dort verkaufte Karl Werber neben Büroartikeln und Schreibwaren auch die im eigenen Haus gedruckte „Honnefer Volkszeitung“.

Ulrike Helmling, heutige Mitinhaberin des traditionellen Hauses, hat bereits ein mündliches Angebot von der Mayerschen Buchhandlung erhalten. Sie könne mit ihrer Kollegin ja gerne die Mayersche Geschäftsleitung übernehmen. Schlechte Karten bei Frau Helmling. Wir haben die Angelegenheit am Frühstückstisch im HIT besprochen. Heinrich Beth meint: „Kinder, das ist doch nur ein Sturm im Wasserglas.

Bei der Frequenz in der Innenstadt kann das kein Thema für Mayer sein“. Detlef Mai beruhigt auch. „Die loten doch nur aus“. Oder: „Wenn Buch, dann Werber“, das sei doch selbstverständlich. Aha, ich höre gerade, dass die „Kölner Liste“ nur die Angelegenheiten vor den Toren einer Stadt regelt, und nicht innerstädtisch. Aber gut, dass wir darüber gesprochen haben.