Wir starten durch! Und zwar geradewegs auf Weihnachten zu. Das Fest des Schreckens – Pardon! des SCHENKENS. Während wir aber eine besinnliche Zeit erwarten, so erwartet uns eher ein Konsumrausch – von Nerv tötendem Klingeling sowie tanzenden, musizierenden und fassadenkletternden Weihnachtsmännern begleitet.

Vor einigen Jahren beschloss ich, mich von dieser Zwangs-Party auszuladen: Keine Weihnachtsgeschenke! – nicht von mir und bitte auch nicht für mich! Ein bisschen Besinnung war allerdings erlaubt, und so bastelte ich mir ein Weihnachten nach meinem Geschmack: Ich entdeckte irgendwo die Idee eines Adventskalenders, den man nicht leert, sondern täglich befüllt – mit nützlichen Dingen! und schließlich spendet – z.B. an Die Tafel.

Ich kaufte nichts für meine Kinder, die sowieso alles haben, was sie brauchen, sondern besorgte ein paar Baby-Sachen für ein Neugeborenes, das sein erstes Weihnachten im Flüchtlingsheim verbrachte. Und ich packte das Geld, das ich sonst für die Geschenke an meine Kinder ausgegeben hätte, auf unser gemeinsames Urlaubskonto, um unsere Traumreise in Erfüllung gehen zu lassen. Wie werde ich in diesem Jahr dem Rundherum-Schenken entgegentreten? Ignorieren ist immer eine Möglichkeit.

Aber was bewirke ich damit bei den Menschen, die an Weihnachten mitsamt seiner glitzernden Gaben glauben? Menschen, die ich mag und denen ich gerne eine Freude mache! – Ich denke im Stillen: „Schenken kann ich jederzeit. Ich muss mich keinem Datum unterordnen, welches für mich keine Bedeutung hat.“ Vielleicht wäre es aber ein umso größeres Geschenk, wenn ich meinen Glauben bzw. Andersglauben mal für diesen Augenblick zur Seite lege … den Menschen entgegenkomme, die ich mag … ihre Erwartungen erfülle und ihnen ein Geschenk mache. Ein Geschenk zu Weihnachten! So wie sie es sich wünschen. Franziska Lachnit (2017)