Dragons Rhöndorf vs. Iserlohn Kangaroos 82:71 (19:23/20:17/18:19/25:12)

Minutenlange stehende Ovationen bei karnevalistischen Klängen! Es herrschte Hochstimmung am Menzenberg nach einem wahren Basketball-Krimi zwischen zwei Top-Teams der ProB Süd mit dem besseren Ende für die Dragons Rhöndorf.

1053 jecke Zuschauer wollten sich das Kräftemessen zwischen den zweitplatzierten Korbjägern vom Fuße des Drachenfels und den drittplatzierten Kangaroos aus dem Sauerland nicht nehmen lassen und sorgten bei karnevalistischen Klängen für eine stimmungsvolle Atmosphäre beim traditionellen Karnevals-Heimspiel der Dragons Rhöndorf. Coach Adelt vertraute seiner Stamm-Formation und schickte neben dem bewährten Backcourt-Duo aus Capitano Viktor Frankl-Maus und Kameron Taylor noch Valentin Blass, Thomas Michel und Alexander Möller zum Sprungball aufs Feld.

Bereits die Anfangsphase war ein Vorgeschmack auf die folgenden 40 Minuten, denn beide Teams agierten mit viel Aggressivität in der Defense und versuchten den jeweiligen Gegner mit viel Druck zu Fehlern zu zwingen. Zunächst besser zurecht kamen damit die Gäste aus Iserlohn, die im ersten Viertel vor allem von Downtown einige Nadelstiche setzen konnten und nach einem weiteren sicher verwandelten Wurf von Forward Nikita Khartchenkov mit einer 23:19-Führung ins zweite Viertel gehen konnten.

Jetzt zeigten auch die Drachen, dass auch sie Scharfschützen in ihren Reihen haben und eröffneten den zweiten Spielabschnitt mit einem 3er durch Anton Geretzki, der auch gegen Iserlohn seine starke Form der vergangenen Wochen bestätigte. Auch Valentin Blass konnte später per Distanzwurf nachlegen und sorgte unter großem Jubel für den zwischenzeitlichen Ausgleicht beim Stand von 29:29.

Einzig die Foulbelastung der Drachen trieb Coach Adelt an diesem Abend zeitweise die Sorgenfalten auf die Stirn, denn Center Brandon Watkins musste bereits im zweiten Viertel mit seinem vierten persönlichen Foul den Weg zur Bank antreten, was die Rotationsmöglichkeiten der Drachen auf den großen Positionen merklich einschränkte. Mit einer Small-Ball Aufstellung gelang es jedoch weiterhin im Spiel zu bleiben und so ging es mit einem knappen 39:40 aus Drachen-Sicht in die Kabinen zur Halbzeitansprache.

Die Führung wechselte nun hin und her und bescherte den Beteiligten auf und neben dem Feld eine wahre Achterbahnfahrt der Emotionen. Beim Stand von 57:59 war schließlich alles angerichtet für eine spannende Schlussphase in einem bis dato hochklassigen und spannenden Spitzenspiel. Angepeitscht durch die lautstarke Kulisse drehten die Drachen in Sachen Intensität jetzt nochmals merklich auf und fighteten an beiden Enden des Feldes aufopferungsvoll um jeden Ball.

Auf der Gegenseite schwand bei den Kangaroos zusehends das Wurfglück und auch im Inside-Game konnten sich die routinierten US-Boys Donte Nicholas und Julien Scott nicht mehr so durchsetzen wie noch in den ersten Spielabschnitten. Drei Punkte durch Viktor Frankl-Maus sorgten erstmals für eine geruhsamere Führung der Hausherren, ehe Gabriel de Oliviera seine Farben wieder in Schlagdistanz bringen sollte (71:68).

Jetzt galt es die Nerven zu bewahren und den Deckel drauf zu machen und dafür zeichneten sich an diesem Abend Thomas Michel und Anton Geretzki verantwortlich, die mit ihren beiden 3ern zum 80:69 die Vorentscheidung herbeiführten. Ohne den mittlerweile ausgefoulten Kameron Taylor brachten die Drachen den am Ende redlich verdienten 82:71-Erfolg über die Ziellinie und haben sich somit das Heimrecht für die erste Playoff-Runde gesichert. ds