Holland

0
22494

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Urlauber, ich sitze in Zandvoort an der holländischen Nordseeküste fest, es regnet in Strömen, die Aussicht auf das offene, tosende Meer ist faszinierend und bedrohlich zugleich.

Ich hatte es angekündigt, und versprochen, diese beiden Städte einmal zu vergleichen: Bad Honnef und Zandvoort. Zwei mondäne Badeorte aus längst vergangenen Zeiten. Trotzdem haben sie aktuelle Gemeinsamkeiten. Hier wie dort wird über Parkplatznot, Innenstadtverdichtung, Leerstände und Tourismusschwund geklagt.

1881 wurden in Zandvoort gleich vier Badehäuser für die feine Gesellschaft aus Amsterdam eröffnet. Gekrönte Häupter gingen ein und aus, das erinnert an Königin Sophie und Bad Honnef. Verkehrstechnisch ticken die Uhren in Zandvoort komplett anders. Ein Vorbild für Bad Honnef? Fußgänger und Fahrradfahrer haben überall eigene, farblich gekennzeichnete Räume. Autofahrer verfügen nur über sehr verknappten Raum in der Innenstadt. Parken ist generell kostenpflichtig. An den Parkautomaten wird nur noch mit Kreditkarte bezahlt. Und zwar 2,50 Euro pro Stunde. Und dennoch lebt Zandvoort vom Tourismus.

Der unfassbar lange Strand mit seinen 30 Restaurants, die zum Teil ganzjährig geöffnet sind, lässt keine Urlaubswünsche offen. Die mit Bad Honnef durchaus vergleichbare, sehr überschaubare Innenstadt mit Markt-und Kirchplatz und Einkaufsstraße beherbergt mittlerweile einige Leerstände. Nennenswerten Parkraum gibt es in der Einkaufszone nicht. Sogar ich habe mich schnell daran gewöhnt. Mein neues Hobby heißt „spazieren gehen“, mindesten 10.000 Schritte pro Tag. Oder ist das schon ein Marathon? Was gibt es neues in der Heimat? Am Freitag findet rund um den Marktplatz der nächste Schlemmerabend statt.

Ein Abstecher zum „Herzblut“ lohnt sich an diesem Abend auf jeden Fall. Dort wird ein syrischer Barbier zeigen, wie er Bärte schön macht. So wie zu Großvaters Zeiten, nur mit einem Messer. Am Sonntag feiert Pfarrer Herbert Breuer sein 50stes Priesterjubiläum rund um das Weinhaus Steinbach herum. Rommersdorf wird aus allen Nähten platzen. Und dann lese ich hier, fern der Heimat, dass die Eschbach´s ihren Vierkotten verkaufen wollen. Inklusive der Wohnung oben drüber. Sachen gibt´s…