Meine sehr verehrten Damen und Herren, vergangene Woche habe ich noch geschrieben, dass es hier nichts mehr zu meckern gibt. Noch nicht einmal über den Stadtrat. Dumm gelaufen. Bei der Ratssitzung in der vergangenen Woche zeigten sich einige Ratsmitglieder wie in längst vergangenen Zeiten einfach nur als Bedenkenträger ohne die Chancen zu erkennen.

Missmutig wollten sie eine wunderbare Situation für die Stadt zerpflücken. Über eine Stunde lang. Nein, es ging nicht um Selhof- Süd. Es ging um einen von der Verwaltung bereits eingereichten Förderantrag im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Zukunft Stadtgrün“ für die Insel Grafenwerth. Nochmal: Es ging um Fördergeld für die Stadt. Ein Traum. Jahrzehntelang ersehnt. Quasi die einzige Chance, um diese Stadt wieder in die Spur zu bringen.

Hier die Begründung der Stadtverwaltung zum besseren Verständnis: „Die Insel Grafenwerth in Bad Honnef ist die zentrale Stadtgrün-Fläche in Bad Honnef. Auch wenn Sie als Insel dem Stadtraum von Bad Honnef vorgelagert im Rhein liegt, ist sie der bedeutende Stadtpark – der „Central Park“ von Bad Honnef. Auf Basis der Bewerbung zur Landesgartenschau, den Bürgerworkshops und dem ISek/lnHK-Verfahren liegt die planerische Priorität auf der „Reaktivierung“ der in die Jahre gekommenen Gesamtanlage Insel Grafenwerth.

Das planerische Grundprinzip ist eher zurückhaltend und konzentriert sich auf die Aktivierung mindergenutzter Flächen und die Stärkung vorhandener Nutzungsräume. Im Verhältnis zur Gesamtgröße der Insel sind nur kompaktere Interventionen in einzelnen Räumen vorgesehen. Der Großteil der Insel wird nicht verändert. Diese Fokussierung dient auch der Nutzerführung und trägt damit auch zur Entlastung der ökologisch wertvollen Abschnitte bei. So bleiben der südliche Bereich der Insel und der östliche Uferbereich weiterhin unberührt und dem Naturschutz sowie der Ökologie Vorbehalten.

Der zentrale Inselpark wird wieder zu einem vielseitig nutzbaren Freiraum – von Freizeitnutzung bis Naturschutz. Als generelle Maßnahme auf der Insel werden die asphaltierten „Straßen“ in Breiten von 5-7m zu weiterhin befahrbaren Parkwegen mit einer Breite von 3,50m zurückgebaut und mit einer Possehl-Beschichtung versehen. Dies erwirkt die Anmutung eines fußläufigen Parkweges. Insgesamt werden ca. 1.065m2 Asphaltflächen entsiegelt. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf vier Teilbereiche der Insel: der nördliche Inselwaldbereich, der zentrale Eingangsbereich der Insel an der historischen Brücke, die Inselpromenade, unterteilt in zwei Teilbereiche“. Ich finde das großartig.

Wie passend. Oder eben unpassend. Während ich so vor mich hin tippe, kommt ein kleiner Leserbrief von Elke Schiffers genau zu unserem Thema herein: „Bad Honnef bewirbt sich also um Fördermittel für das Programm „Zukunft Stadtgrün“, bezogen auf die Insel Grafenwerth, so war neulich zu lesen. Der Bürger reibt sich irritiert die Augen: „Zukunft Stadtgrün“ ja, aber die „Gegenwart Stadtgrün“ in Gestalt des nördlichen Teils des Stadtgartens soll großflächiger Bebauung zum Opfer fallen. Ein Treppenwitz der Stadtgeschichte!“ So gehen die Meinungen eben auseinander. Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit auf dem Martini Markt.