Am vergangenen Freitag wurde es eng im Bad Honnefer Osten. An der Jugendherberge in Selhof fand die Jahresabschlussübung der beiden Feuerwehren und dem DRK Bad Honnef statt.

Gegen 18:30 brach der simulierte Brand im Keller des Gebäudes aus. Mit Nebelmaschinen wurde eine realistische Verrauchung der Kellerräume simuliert. Die ausgelöste Brandmeldeanlage forderte die 160 Gäste der Herberge auf, das Gebäude zu verlassen und sich an den zwei vorgeschriebenen Punkten zu sammeln. Dies diente dazu, auch die Evakuierungspläne der Einrichtung zu Üben und zu Überprüfen.

Es dauerte nicht lange, da tauchten die ersten Blaulichter im Herzen Selhofs auf. Das erste Löschfahrzeug der Feuerwehr Bad Honnef traf ein. Der Einsatzleiter nahm umgehend Kontakt mit den Mitarbeitern auf, erkundete das Gebäude und machte sich einen Überblick über die Belegung der Zimmer. Kurz danach ging schon der erste Angriffstrupp zur Menschenrettung in den verrauchten Keller vor.

Zeitgleich traf der erste Rettungswagen des Roten Kreuzes ein und bereitete sich auf die Behandlung der Verletzten vor. Nachdem die ersten von der Feuerwehr geretteten Personen unseren Einsatzkräften übergeben waren, trafen auch die Kollegen der Feuerwehr Rheinbreitbach ein. Sie übernahmen die Erkundung und Rettung von der Rückseite des Gebäudes. Nur durch diese Zusammenarbeit kann gewährleistet werden, dass weitläufige Gebäude möglichst schnell geräumt und nach verletzten Personen durchsucht werden können.

Insgesamt 18 Personen, die sich nicht selbstständig retten konnten, wurden von der Feuerwehr aus dem Gebäude geholt und an die Kräfte des Roten Kreuzes übergeben. Mittlerweile sind auch der zweite Krankenwagen sowie weitere Sanitätskräfte des Roten Kreuzes eingetroffen. Diese würden auch im Realfall alarmiert, sobald klar ist, dass der Regelrettungsdienst einer zu großen Anzahl von Verletzten gegenüber stehen würde. Auch der Einsatzleitwagen des Ortsvereins ist eingetroffen.

Das Personal übernahm die Abschnittsleitung der medizinischen Versorgung. Viele Bad Honnefer Führungskräfte besitzen neben Ihrer Zug- oder Verbandsführerausbildung, die Ausbildung zum Organisatorischen Leiter Rettungsdienst und sind speziell für solche Schadenszenarien ausgebildet. Nachdem alle Verletztendarsteller, welche vom örtlichen Jugendrotkreuz und der Jugendherberge  gestellt und mit realistischen Verletzungen geschminkt wurden an die Rettungskräfte übergeben waren, wurde die Übung beendet.

Das Fazit der Übung fiel insgesamt sehr positiv aus. Trotz der beengten Platzverhältnisse vor Ort war das Gebäude zeitnah geräumt. Natürlich gibt es auch Platz für Verbesserungen. Insbesondere die Ordnung der geparkten Fahrzeuge und die Anfahrts- und Sammelmöglichkeiten stellte Alle vor eine große Herausforderung, da bei einem wirklichen Brand und der Menge an Verletzten im Verlauf noch deutlich mehr Fahrzeuge, insbesondere von Seiten des Rettungsdienstes, vor Ort gewesen wären.

Genau aus diesem Grunde werden solche Übungen regelmäßig veranstaltet um die Zusammenarbeit von Feuerwehren, Rettungsdienst und Hilfsorganisationen stetig zu verbessern und im Ernstfall schnelle Hilfe leisten zu können. drk