00-beitrag-kaisers2Es ist schon länger bekannt, aber nun liegen die Fakten gnadenlos auf dem Tisch: Kaisers im Herzen der Stadt schließt zum 1.Dezember seine Schiebetür für immer. Damit verliert die Innenstadt ihr letztes Lebensmittelgeschäft. Das ist schon schlimm genug. Noch schlimmer ist: Es gibt noch keinen Plan B. Für die Einzelhandelsgemeinschaft der Stadt ist die Nachricht eine „absolute Katastrophe“. Die Angebotsvielfalt und die Qualität in der Innenstadt werde darunter enorm leiden. Egal wie gut oder schlecht der Markt heute sortiert ist. Er ist ein Frequenzbringer. Und: Vor allem ältere Mitmenschen leben gerne in der Innenstadt, weil eben alles so schön überschaubar und fußläufig erreichbar ist. Auch die Lebensmittel. Damit das so bleibt, glühen derzeit einige Telefonkabel. Stadtpolitiker und Händler versuchen Kontakt zu alternativen Handelsunternehmen herzustellen. Favorit ist aktuell ein CAP-Lebensmittelmarkt. CAP leitet sich ab vom Wort Benachteiligung, englisch „Handicap“. CAP steht für ein Konzept, das die Arbeitssituation von behinderten und anderen benachteiligten Menschen verbessert. In den CAP-Lebensmittelmärkten arbeiten behinderte mit nichtbehinderten Menschen zusammen. Diese „schrankenlose“ Zusammenarbeit trägt wesentlich und beispielhaft zur Integration von Menschen mit Handicaps in die Gesellschaft bei. CAP bietet aus einer Hand Qualität, Frische und guten Service. CAP hat alles, was Stadtmenschen fürs tägliche Leben benötigen: Obst, Gemüse, Molkerei-, Wurst- und Fleischprodukte, Brot, Getränke und viele andere Lebensmittel. CAP kooperiert mit großen Handelsketten. CAP könnte die Lösung sein. Aber: So schnell geht das alles nicht über die Innenstadt-Bühne. Der neue Besitzer des Hauses will erst im November darüber entscheiden, was mit seinem Eigentum zukünftig geschehen soll. Und da ist alles möglich. Von einem neuen Markt bis hin zum Abriss des Hauses. Auf jeden Fall wird nichts mehr so sein wie früher. Früher stand an dieser Stelle das „Hotel Dell“. Die angesagteste Adresse in den hochherrschaftlichen Zeiten dieser Stadt. Ein „Kaisers“ war damals nicht wirklich lebensnotwendig. Allein in der Rommersdorfer Straße befanden sich zu dieser Zeit 40 Einzelhandelsgeschäfte.                                     bö