Schon lange hat mich nichts mehr dermaßen in Rage gebracht, wie die Ansammlung von Hundeexkrementen entlang unserer Hauswand sowie auf unserem Parkplatz. Anfangs war ich noch recht entspannt, denn schließlich war das Haus über Monate unbewohnt, lediglich tagsüber von Handwerkern bevölkert und letztendlich von Unkraut umwachsen. „Wenn wir erst hier wohnen, werden die Hundeherrchen und Hundefrauchen schon Rücksicht nehmen!“ – So dachte ich. Von wegen!

Eigentlich wurden die Haufen eher mehr und vor allem wurden sie größer. Ich rodete Unkraut, fegte Straßendreck und Laub. Spätestens jetzt sollten die Spaziergänger mit Hundebegleitung wahrnehmen, dass man hier wohnt und dass es sich hier nicht um eine öffentliche Latrine handelt. Dann kam der Tag, als ein Höllenhund (etwas anderes konnte es unmöglich gewesen sein) seine gigantische Hinterlassenschaft so platzierte, dass ich beim Einparken mitten hindurch fuhr.

Ich flippte aus. Ich hegte die fiesesten Gedanken, die ich je hatte und schmiedete angriffslustige Pläne, um jeden Hund – auch den liebsten und niedlichsten! – auf drastische Weise davon abzuhalten, jemals wieder sein Geschäft an meinem Haus zu verrichten. Ich hatte wirklich kreative Ideen! Doch dann überfiel mich Verständnis für die Hunde: Ein Hund muss, wenn er muss. Und dann macht er. Das kann man ihm nicht verübeln. Hundeherrchen und Hundefrauchen tragen die Verantwortung dafür, wohin der Haufen gesetzt und dass er dann BITTE entsorgt wird.

Nachdem ich den Megaschiss entfernt hatte, wollte ich ein deutliches Zeichen setzen: Ein Schild musste her! „Bösartig & sarkastisch!“ – Das war mein erster Impuls. Nachdem ich mich gedanklich dahingehend ausgetobt hatte, tendierte ich aber zu „freundlich & humorvoll“. Letztendlich stahl ich aus dem allwissenden Internet den netten Slogan „Schön, mit Dir Geschäfte zu machen!“ – und ergänzte: „Aber bitte nicht HIER!“ Wer hätte es gedacht? Seitdem ich diesen Spruch am Wegesrand platzierte, hat kein Hund mehr sein großes Geschäft an unserem Haus erledigt! Hurra! Franziska Lachnit (2019)

Gemälde: Anke Noreike