Meine sehr verehrten Damen und Herren, Roy Black sang seinerzeit: „Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt die Biene zu dem Stachelschwein, schön ist es auf der Welt zu sein…“. Bienen gibt es heute eher seltener, und ein Stachelschwein habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen. Dafür wird diese „schöne Welt“ von damals Stück für Stück zerstört. Massenmord in zwei neuseeländischen Moscheen. Ein Mann, der in einer Straßenbahn in Utrecht auf Fahrgäste schießt. Die verzweifelte Suche nach der vermissten Berliner Schülerin Rebecca. Der Wirbelsturm, der in Mosambik Tod und Verwüstung hinterlassen hat, womöglich tausende Opfer fordert.

Und ja, auch die Briten, deren Premierministerin sich um Kopf und Kragen taktiert, deren Regierung in der Brexit-Achterbahnfahrt drauf und dran ist, aus der Kurve zu fliegen. „Schön ist es auf der Welt zu sein“? Trump, Putin, Erdogan! Und mitten drin eine Bundesregierung, die komplett planlos vor sich dahin dümpelt. Und das allerschlimmste: Thomas Gottschalk trennt sich von seiner Frau. Damit ist unsere heile Welt endgültig begraben worden. Oder? Nein!

In Bad Honnef gibt es sie noch, die gute alte heile Welt. Im Ortsteil Bondorf. Ganz oben, mit einem fantastischen Blick auf den Drachenfels. Und auf alles, was darunter liegt. Dort wohnen meine Helden: Karl und Ingeborg Schönball. Tausendsassa Karl habe ich vor rund 20 Jahren bei meinem ersten „Auftritt“ für die Honnefer Volkszeitung kennen gelernt. Er war damals der unumstrittene Kulturredakteur in der Stadt. Mit entsprechenden Privilegien. Egal wo, Karl saß immer in der ersten Reihe. Und er wurde entsprechend hofiert. Zum Vergleich: Ich bekomme heutzutage noch nicht einmal einen Stuhl in der letzten Reihe angeboten. Aber, das ist eine ganz andere Geschichte.

Zurück zu Karl. Der damalige Chefredakteur der HVZ, Victor Francke, hatte mich zu einer Veranstaltung nach Selhof geschickt. Um was es dabei ging, das weiß ich heute nicht mehr so ganz genau. Auf jeden Fall fand der Termin in einer Kneipe statt, die es heute schon längst nicht mehr gibt. Ich ging in den Raum, ich glaube, dort war früher einmal eine Kegelbahn beheimatet. Der Raum war lang, sehr lang, und ziemlich dunkel. So um die 30 Augenpaare richteten sich grimmig in meine Richtung. Ich war ein paar Minuten zu spät.

Zum Glück hatte niemand einen Revolver im Anschlag. „Ja bitte“? „Guten Abend, mein Name ist Helmut Böndel, ich schreibe ab heute für die HVZ“. Das Zauberwort „HVZ“! Plötzlich war niemand mehr grimmig, im Gegenteil. Nur eben Karl. Er stand von seinem Stuhl auf und sprach recht deutlich in die Runde: „Was willst du hier, das ist doch mein Termin“. Wir wurden sehr schnell, sehr gute Freunde.

Und ich bin stolz, und sehr dankbar dafür, dass Karl Schönball ein paar Jahre lang für unsere Bad Honnefer Wochenzeitung (HWZ) geschrieben hat. Damit hat er uns in der Anfangsphase sehr geholfen. Weil: Karl kannte jeder. Uns kannte damals noch niemand. Die Belohnung: Nur die HWZ durfte am Ehrentag von Ingeborg und Karl Schönball dabei sein. Treue zahlt sich eben aus. Und nun freuen wir uns auf den hundertsten Geburtstag von Karl. Und auf den 65sten Hochzeitstag von Ingeborg und Karl Schönball.