Meine sehr verehrten Damen und Herren, leev Jecke, ich bin schwer unterhopft. Und ich hab´ Rücken. Ausgerechnet jetzt zum Beginn der Session. Der Wahlkampf um den Chefsessel Im Rathaus beginnt auch so langsam aber ganz sicher. Gabriele Clooth-Hoffmeister tritt gegen Otto Neuhoff an. Wenn sie denn von ihren „grünen“ Kollegen nominiert wird. Ich hoffe, dass das klappt, denn Gabriele (wir duzen uns) ist eine hoch intelligente Frau. Früher Unternehmerin, heute Lehrerin. Und sie kann Wahlkampf. 1999 ist sie schon einmal angetreten. Ich bewundere ihren Mut. Immerhin hat sie bei der letzten Wahl noch Otto Neuhoff unterstützt. Und zwar vehement und leidenschaftlich. Die Zeiten ändern sich. Heute ist sie „menschlich tief enttäuscht“ von Otto Neuhoff. Obwohl der ja irgendwie auch ein „Grüner“ ist. In einem Interview sagte er: „Wir haben in den bisherigen fünf Jahren in der Verwaltung und auch im Rat für die Stadt eine Menge vorangebracht, man denke nur an die Gesamtschule Sankt Josef, die Sporthalle in Aegidienberg, die Wiederbelebung der Tagungshäuser, die Akquise des Weltmarktführers Wirtgen am Dachsberg, die ersten neuen Sozialwohnungen nach Jahrzehnten und die fortgeschrittene Sanierung des städtischen Haushalts. Die Handlungsfähigkeit von Politik und Verwaltung ist wiederhergestellt. Die Fortschritte müssen wir stabilisieren, es wäre falsch, mitten in der Umsetzung die Pferde zu wechseln. Viele haben mich darin bestärkt, die erfolgreiche Arbeit fortzusetzen“. So sehen das auch CDU, Bürgerblock und FDP. Nun zur Kirmes: Die Stadt richtet seit 50 Jahren die Johannes-Kirmes rund um die Pfarrkirche St. Johann Baptist aus. In den vergangenen 15 Jahren hat die Johannes-Kirmes bei der Bad Honnefer Bevölkerung immer weniger Akzeptanz gefunden und die Besucherzahlen sind stetig zurückgegangen. Die Schausteller beklagen dies ebenfalls seit geraumer Zeit und die damit resultierenden Einnahmeeinbußen. Aufgrund dessen sind in den vergangenen Jahren bereits einige Schausteller der Johannes-Kirmes ferngeblieben. Bestrebungen der Verwaltung, neue Schausteller mit alternativen Fahrgeschäften anzuwerben und die Einbindung von Vereinen blieben erfolglos. Im Rahmen der Standplatzvergabe kam es zudem regelmäßig zu Einschränkungen und Konflikten mit Anwohnern und Gewerbetreibenden. In diesem Zusammenhang wurden in der Vergangenheit Überlegungen angestellt, die Johannes-Kirmes an einen anderen Ort zu verlegen. Diese wurden jedoch verworfen, da es sich um ein Patronatsfest handelt und der Bezug zur Pfarrkirche St. Johann Baptist erhalten bleiben muss. Schließlich nimmt der Personal- und Kostenaufwand für die Organisation und Durchführung der Johannes-Kirmes stetig zu. Daher gab es bereits in 2018 Überlegungen, die Johannes-Kirmes aufgrund der vorgenannten Entwicklung nicht mehr fortzuführen. Da es sich bei der JohannesKirmes traditionell um das Patronatsfest der Kirchengemeinde St. Johann Baptist handelt, wurde diese über die Überlegungen informiert und es wurde angefragt, ob die Kirchengemeinde die Johannes-Kirmes in Zukunft wieder in eigener Verantwortung weiterführen will. Hier erfolgte eine Absage seitens der Kirchengemeinde. Der Verwaltungsvorstand sprach sich daraufhin für die Einstellung der Johannes-Kirmes aus. 

Foto: P.G. Meister Pixelio