Beim dritten Lauf zur VLN Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring feierte das Bad Honnefer Team aesthetic racing um Dr. Dr. Stein Tveten den ersten Saisonsieg in dieser Serie. „Unser Porsche lief – endlich – einmal absolut problemlos, beide Fahrer waren schnell unterwegs, die Boxenstopps liefen gut und auch taktisch haben wir nichts anbrennen lassen! Ein verdienter Sieg gegen harte Konkurrenz“, fasste ein strahlender Tveten den Erfolg im Ziel in Worte.

Aber der Reihe nach: Schon beim inoffiziellen Test am Freitag sorgte das Team für ein echtes Highlight abseits des normalen Rennbetriebs. Mit dem Wiesmann MF5-GT kam eine echte Stilikone für die Taxifahrten zum Einsatz – sehr zur Begeisterung der Beifahrern und zur Freude der Fans.

Am Samstag war es dann wieder am Porsche 991 Carrera. Im Qualifying markierte Yannick Fübrich bei sonnigem, aber noch kühlem Wetter mit 8:59.349 Minuten die Trainingbestzeit, über fünf Sekunden schneller als die Dauerrivalen im Porsche Cayman des Mathol Teams, dessen Steuer sich Claudius Karch heuer mit Thorsten Wolter teilte.

Leider konnte Fübrich, der auch den Start fuhr, die optimale Ausgangsposition nicht nutzen, sondern musste Karch im Cayman zunächst den Vortritt lassen. Schon im Verlauf der ersten Runde konnte er die Führung aber wieder erobern und in den Folgerunden auch ausbauen. Über die gesamte Distanz blieben beide Porsche dicht beisammen und lieferten sich einen spannenden und harten Kampf.

Eine Vorentscheidung fiel dann nach dem zweiten Boxenstopp des Cayman, bei dem Karch neue Reifen aufziehen ließ. Äußerst knapp und mit frischer Delle in der Heckstoßstange schaffte es Fübrich, den Cayman hinter sich zu halten, so dass Karch das Potenzial der neuen Gummis nicht ausschöpfen konnte.

Nach weiteren sechs Runden kam Fübrich in die Box und übergab an Tveten. Da der 991 im Vergleich zum Cayman etwas durstiger ist, dauerte der Boxenstopp bei aesthetic racing etwas länger als bei Mathol, so dass es zu einem erneuten Führungswechsel kam. Tveten konnte jedoch Runde um Runde mit vollem Einsatz die Lücke auf Thorsten Wolter, der von Karch übernommen hatte, zufahren und übergab nach fünf Runden wieder in Führung liegend für die letzten vier Runden erneut an Fübrich.

Zwei Runden vor Schluss musste auch der Mathol Cayman mit Wolter nochmals zu einem kurzen „Splash and Dash“-Tankstopp an die Box. Am Boxenausgang noch hinten konnte Fübrich Wolter aber schon bei der Einfahrt auf die Nordschleife ausbremsen und in Führung gehen.

15 Minuten später löste sich die Anspannung und die „Aestheten“ an der Box konnten jubeln, als Fübrich als Erster das schwarz-weiß karierte Tuch sah: Klassensieg in der V6, der auch den Wertungsgruppensieg bei den seriennahen Produktionswagen und einen hervorragenden 25. Gesamtrang bedeutete. Ein perfektes Rennwochenende, denn Fübrich hatte auch noch die schnellste Rennrunde mit 8:59.175 Minuten gefahren.

„Die vielen Führungswechsel und der enge Kampf zeigen klar, dass das heute kein Selbstläufer war. Wir haben aber mit einer tollen Teamleistung und zwei starken Fahrern einen verdienten Sieg errungen“, so Fübrich. „Vom Siegerpodest mit Lorbeerkranz und einer Pulle Schampus auf die Fangemeinde blicken zu können, ist immer wieder toll! Wir haben hart gearbeitet für diesen Sieg und ihn uns wirklich verdient! Danke an alle im Team“, so Tveten nach dem Rennen. „Schon in zwei Wochen werden wir wieder antreten! Vielleicht können wir dann wieder Höhenluft auf dem Siegerpodest schnuppern!“          hjk