Kultur, meine sehr geehrten Damen und Herren, Kultur ist entbehrlich; und das sage ich ausgerechnet jetzt, wo alles sprießt und fließt. Frühling lässt sein laues Band flattern durch die Lüfte.

Bei so einem Wetter muss auch die Kultur wieder raus; es riecht praktisch nach Biergartenkonzerten unter schattigen Bäumen, die Luft schwirrt von Open Airs im Sonnenschein, Instrumente tragende Studenten tummeln sich auf den Plätzen, durch die Fußgängerzone flirren Gesänge unzähliger Straßenmusiker, am Rheinufer liefert sich das Plätschern der Wellen, die von den Frachtern verdrängt ans Rheinufer rollen, einen Wettstreit mit Gitarrenklängen an knisternden Lagerfeuern, frisch erwachte Liebesgefühle finden Einzug in neu geschriebene Lieder junger, aufstrebender Nachwuchskomponisten, Worte, wohl an die tausende Male gehört, immer wieder neu beseelt, verliebte Jungs tanzen auf den Straßen, reiben ihre Nasen an den Frauen, die sich das gefallen lassen. Alles drängt nach draußen, die Frischluftkultur genießen. Vorbei die Zeit muffiger Proberaumaktivitäten und stickiger Kellergigs, jetzt geht‘s wieder ins Freie.

Im Frühling macht draußen einfach alles viel mehr Spaß, Musik erst recht. Und dazu noch ein frisches Frühlingssüppchen, mmh, lecker. Bis nächste Woche also, hören Sie wohl.