STADTGARTEN: Bürgerinitiative informiert Samstags in der Innenstadt

Die Bürgerinitiative „Rettet den Stadtgarten“ tut, was sie ankündigt. So konnten wir es in den letzten Wochen beobachten. Kein verbales Kettenrasseln, keine leere Rhetorik. Die Initiative widersteht jeder Versuchung, auf Verunglimpfungen zu reagieren oder selbst aggressiv zu werden. „Rettet den Stadtgarten“ bleibt stets auf der Sachebene. Souverän lebt die Initiative Diskussionskultur vor und ist überzeugt, dass auf solche Weise letztendlich auch Ansprechpartner dazu bewegt werden, eng am Thema und lösungsorientiert zu agieren.

Sie haben Luftmessungen angekündigt. Nun prüften sie den Markt jener Anbieter, die solche Messungen durchführen. Mit der Absicht, von vornherein mit Behörden und Institutionen zusammenzuarbeiten. Luftmessungen kann man einfach in Auftrag geben – oder sich um Beteiligung von Entscheidern sowie von Amts wegen befassten Stellen bemühen. Letzteres erscheint der Initiative überzeugender. Durch seriöses Miteinander könnten sich Prozesse verkürzen und Lösungen finden lassen.

Gemessen werden soll unmittelbar an der Schnellstraße. Vor allem geht es um Kohlendioxid (CO2), Stickoxide (NO2 oder NOX), Ruß und Feinstaub. Schwefeldioxid und Ammoniak vervollständigen. Schwerpunkt sind jene Luftschadstoffe, die vor allem durch Verbrennung fossiler Energieträger erzeugt werden. Also durch Kraftfahrzeuge aller Art. Eine weitere Messung an der Alexander-von-Humboldt-Straße macht wohl Sinn; denn dort ließe sich erkennen, was der breite Grünstreifen „Stadtgarten“ in welchem Maße bereits wegfiltert. Jedenfalls ist das Vorhaben klar umrissen und gut zu verstehen.

Geht es um ein umfassendes Gutachten, so gilt die 39. Bundesimmissionsschutzverordnung. Die sieht gemeinhin Messungen über ein Jahr vor, um finale Resultate zu formulieren. Aktuell hilft allerdings eine sogenannte Vorabschätzung. Mit folgender Prozedur: Ein Experte ist einen Tag vor Ort und ermittelt die tatsächliche Situation. Es folgen mindestens drei bis vier Arbeitstage, um relevante Daten einzupflegen wie Frequentierung der B 42, das genaue Planungsvorhaben, analoge Erfahrungen an vergleichbaren Orten. In jener Phase lassen sich dann Aussagen treffen über zu erwartende Belastungsarten und -werte, über Optionen und Handlungsperspektiven. Diese Arbeit würde je nach Anbieter zwischen fünf- und fünfzehntausend Euro kosten. Ortsnahe Dienstleister wären zum Beispiel der TÜV in Köln oder die Niederlassung der Firma ANECO in Mönchengladbach. Beide gelten als erfahrene Marktführer, werden jedoch ergänzt um eine hohe zweistellige Zahl von Wettbewerbern.

Interesse an Kooperation könnten bzw. sollten haben die Stadt Bad Honnef, der Rein-Sieg-Kreis sowie Umweltverbände wie BUND und NABU. Natürlich können Messanlagen auch erworben und dann an weiteren Stellen ebenfalls verwendet werden. Zu Preisen zwischen fünfzig- und hunderttausend Euro. Weiter bieten sich Anfragen auf Unterstützung oder Amtshilfe in Stuttgart an: Dort stehen gleich mehrere Anlagen verschiedener Betreiber. Die Wahl der Vorgehensweise ergibt sich vor allem aus dem Träger der Maßnahme vor Ort in Bad Honnef.

Großes Unverständnis herrschte bei den anbietenden Experten unisono zur Planung selbst. Die waren erstaunt und verwundert. Während andere Städte händeringend nach Grünflächen als effiziente Filterareale entlang von Schnellstraßen suchen und teilweise selbst Renaturierungen ins Auge fassen, nimmt Bad Honnef ein solches bestehendes Grüngebiet – sogar mit großen Bäumen, also besonders hoher Schutzleistung – in seine Masterplanung ISEK auf. Als potentielles Bebauungsgebiet. Unter definitivem Verlust von erheblich viel Grün. Junge Familien absehbaren Belastungen aussetzend. „Ergebnisoffene Planung und Beratung“ ist als methodischer Vorschlag kaum angebracht. Reaktionen und Kommentare waren teilweise deftig. Von Leuten die sich im Thema beruflich bewegen und auskennen. Die eher aus laienhafter Logik geprägte Einschätzung wurde kompetent bestätigt: Selbstverständlich wäre es folgerichtig, die planerische Absicht schnell und zügig zu verwerfen. Die Initiative sagt dazu in ihrer letzten Presseerklärung mit gewohnter Sachlichkeit: „Auf keinen Fall möchten wir die Stadtverwaltung aus ihrer Verantwortung für die Gesundheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger entlassen.“

Neben der Vorbereitung der Luftmessung und einem Gespräch mit dem Bürgermeister sowie dessen Verwaltungsspitzen von Planung und Tiefbau, zu dem Otto Neuhoff einlud, geht die Initiative jetzt in die City. An den nächsten vier Samstagen, beginnend am 19. August, informiert sie an Tischen jeweils zwischen 10 und 14 Uhr über ihr Anliegen. Wohlwissend, dass die Zukunft des Stadtgartens viele Leute in ganz Bad Honnef interessiert – und nicht (nur) ein lokales Problem des südlichen Rhöndorf darstellt. Die Initiative wird dort zwischen den beflaggten Wahlkampfständen beachteter Außenseiter sein. Und mit einem interaktiven Angebot die Passanten nach deren eigener Meinung rund um den Stadtgarten und Natur und Neu-Ansiedlung fragen. Eben Dialog. Dialog Bad Honnef. bh

Die Bürgerinitiative „Rettet den Stadtgarten“ tut, was sie ankündigt. So konnten wir es in den letzten Wochen beobachten. Kein verbales Kettenrasseln, keine leere Rhetorik. Die Initiative widersteht jeder Versuchung, auf Verunglimpfungen zu reagieren oder selbst aggressiv zu werden. „Rettet den Stadtgarten“ bleibt stets auf der Sachebene. Souverän lebt die Initiative Diskussionskultur vor und ist überzeugt, dass auf solche Weise letztendlich auch Ansprechpartner dazu bewegt werden, eng am Thema und lösungsorientiert zu agieren.

Sie haben Luftmessungen angekündigt. Nun prüften sie den Markt jener Anbieter, die solche Messungen durchführen. Mit der Absicht, von vornherein mit Behörden und Institutionen zusammenzuarbeiten. Luftmessungen kann man einfach in Auftrag geben – oder sich um Beteiligung von Entscheidern sowie von Amts wegen befassten Stellen bemühen. Letzteres erscheint der Initiative überzeugender. Durch seriöses Miteinander könnten sich Prozesse verkürzen und Lösungen finden lassen.

Gemessen werden soll unmittelbar an der Schnellstraße. Vor allem geht es um Kohlendioxid (CO2), Stickoxide (NO2 oder NOX), Ruß und Feinstaub. Schwefeldioxid und Ammoniak vervollständigen. Schwerpunkt sind jene Luftschadstoffe, die vor allem durch Verbrennung fossiler Energieträger erzeugt werden. Also durch Kraftfahrzeuge aller Art. Eine weitere Messung an der Alexander-von-Humboldt-Straße macht wohl Sinn; denn dort ließe sich erkennen, was der breite Grünstreifen „Stadtgarten“ in welchem Maße bereits wegfiltert. Jedenfalls ist das Vorhaben klar umrissen und gut zu verstehen.

Geht es um ein umfassendes Gutachten, so gilt die 39. Bundesimmissionsschutzverordnung. Die sieht gemeinhin Messungen über ein Jahr vor, um finale Resultate zu formulieren. Aktuell hilft allerdings eine sogenannte Vorabschätzung. Mit folgender Prozedur: Ein Experte ist einen Tag vor Ort und ermittelt die tatsächliche Situation. Es folgen mindestens drei bis vier Arbeitstage, um relevante Daten einzupflegen wie Frequentierung der B 42, das genaue Planungsvorhaben, analoge Erfahrungen an vergleichbaren Orten. In jener Phase lassen sich dann Aussagen treffen über zu erwartende Belastungsarten und -werte, über Optionen und Handlungsperspektiven. Diese Arbeit würde je nach Anbieter zwischen fünf- und fünfzehntausend Euro kosten. Ortsnahe Dienstleister wären zum Beispiel der TÜV in Köln oder die Niederlassung der Firma ANECO in Mönchengladbach. Beide gelten als erfahrene Marktführer, werden jedoch ergänzt um eine hohe zweistellige Zahl von Wettbewerbern.

Interesse an Kooperation könnten bzw. sollten haben die Stadt Bad Honnef, der Rein-Sieg-Kreis sowie Umweltverbände wie BUND und NABU. Natürlich können Messanlagen auch erworben und dann an weiteren Stellen ebenfalls verwendet werden. Zu Preisen zwischen fünfzig- und hunderttausend Euro. Weiter bieten sich Anfragen auf Unterstützung oder Amtshilfe in Stuttgart an: Dort stehen gleich mehrere Anlagen verschiedener Betreiber. Die Wahl der Vorgehensweise ergibt sich vor allem aus dem Träger der Maßnahme vor Ort in Bad Honnef.

Großes Unverständnis herrschte bei den anbietenden Experten unisono zur Planung selbst. Die waren erstaunt und verwundert. Während andere Städte händeringend nach Grünflächen als effiziente Filterareale entlang von Schnellstraßen suchen und teilweise selbst Renaturierungen ins Auge fassen, nimmt Bad Honnef ein solches bestehendes Grüngebiet – sogar mit großen Bäumen, also besonders hoher Schutzleistung – in seine Masterplanung ISEK auf. Als potentielles Bebauungsgebiet. Unter definitivem Verlust von erheblich viel Grün. Junge Familien absehbaren Belastungen aussetzend. „Ergebnisoffene Planung und Beratung“ ist als methodischer Vorschlag kaum angebracht. Reaktionen und Kommentare waren teilweise deftig. Von Leuten die sich im Thema beruflich bewegen und auskennen. Die eher aus laienhafter Logik geprägte Einschätzung wurde kompetent bestätigt: Selbstverständlich wäre es folgerichtig, die planerische Absicht schnell und zügig zu verwerfen. Die Initiative sagt dazu in ihrer letzten Presseerklärung mit gewohnter Sachlichkeit: „Auf keinen Fall möchten wir die Stadtverwaltung aus ihrer Verantwortung für die Gesundheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger entlassen.“

Neben der Vorbereitung der Luftmessung und einem Gespräch mit dem Bürgermeister sowie dessen Verwaltungsspitzen von Planung und Tiefbau, zu dem Otto Neuhoff einlud, geht die Initiative jetzt in die City. An den nächsten vier Samstagen, beginnend am 19. August, informiert sie an Tischen jeweils zwischen 10 und 14 Uhr über ihr Anliegen. Wohlwissend, dass die Zukunft des Stadtgartens viele Leute in ganz Bad Honnef interessiert – und nicht (nur) ein lokales Problem des südlichen Rhöndorf darstellt. Die Initiative wird dort zwischen den beflaggten Wahlkampfständen beachteter Außenseiter sein. Und mit einem interaktiven Angebot die Passanten nach deren eigener Meinung rund um den Stadtgarten und Natur und Neu-Ansiedlung fragen. Eben Dialog. Dialog Bad Honnef. bh