Der Minister stellt das Projekt "Helfende Hand" vor
Der Minister stellt das Projekt „Helfende Hand“ vor

img_0403malteser-3Heute sind die Bad Honnefer Malteser in Berlin, um für ihr Projekt „Gemeinsam helfen, Integration schaffen“ den Helfende-Hand-Förderpreis entgegen zu nehmen. Nach ausgiebigen Stadtrundfahrten durch die Hauptstadt sind sie in diesen Minuten im Ministerium des Inneren und warten auf Minister de Maiziere, der den Preis übergeben wird. Nach nur einer Stunde Wartezeit ist de Maiziere eingetroffen und stellt die Kandidaten für den Förderpreis vor. Bis kurz vor der Publikumsabstimmung lagen die Bad Honnefer Malteser auf einem sensationellen 2.Platz. Und dort blieben sie. Versüßt mit einem Scheck über 4.000 Euro.

Die ganze Geschichte von Andreas Archut:

Flüchtlinge werden Helfer

Die Honnefer Malteser sind vergangenen Montag für ihr Integrationsprojekt „Gemeinsam helfen, Integration schaffen“ mit dem Helfende-Hand-Förderpreis des Bundesinnenministers ausgezeichnet worden! Sie erhielten den 2. Preis in der Kategorie Sonderpreis für die Integration von Flüchtlingen. Im Rahmen ihres Projekts haben die Malteser Flüchtlinge in Erster Hilfe geschult und – als erste Malteser-Gliederung bundesweit – zu freiwilligen Malteser-Helfern ausgebildet.

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière persönlich überreichte die Preise an die zwölf in vier Kategorien nominierten Projekte. Die Honnefer kamen in der Kategorie „Sonderpreis für die Integration von Flüchtlingen in die (Hilfs-) Organisationen des Bevölkerungsschutzes“ auf Platz 2. Die Initiatoren des Projekts, Malteser-Stadtbeauftragter Dr. Andreas Archut und sein Stellvertreter Günther W. Raths sowie die Flüchtlinge Abdulsattar Altaee aus dem Irak, Sameer Alkawaritt und Ehab Madwar aus Syrien nahmen Trophäe, Urkunde und einen Scheck über 4.000 Euro entgegen.

Minister De Maizière sagte: „Der Einsatz für die Gemeinschaft oder – um im Bild des Preises zu bleiben – etwas in die Hand zu nehmen und einem anderen die Hand zu reichen“, das sei das Verbindende an allen Projekten.

Im März 2016 hatten die Honnefer Malteser die ersten drei Flüchtlinge als Helfer in den Malteser Hilfsdienst aufgenommen – als erste deutsche Malteser-Gruppe überhaupt, und nur wenige Wochen bzw. Monate, nachdem diese an einem Erste-Hilfe-Kurs für Flüchtlinge teilgenommen hatten. Erfolgte die Kommunikation zunächst auf Englisch, haben die drei Neumalteser ihre Deutschkenntnisse inzwischen so verbessert, dass sie sich problemlos auf Deutsch verständigen können. Das Pilotprojekt hat bundesweit Strahlkraft: Immer mehr Malteser-Gliederungen folgen dem Bad Honnefer Beispiel und bieten Schulungen für Flüchtlinge an.

Der Diözesanleiter der Malteser, Albrecht Prinz von Croy, freut sich über die Auszeichnung für die Malteser in der Erzdiözese Köln: „In der Flüchtlingskrise haben wir Malteser gezeigt, was wir können – erst in der Betreuung von Notunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen, nun zunehmend im Bereich der Integration. Wir sind eben nicht nur in der Lage, Flüchtlingen alarmmäßig ein Zelt über den Kopf zu bauen, sondern auch, sie in die Gesellschaft zu integrieren. Das Bad Honnefer Projekt ist wirklich vorbildlich und findet hoffentlich viele Nachahmer!“

Malteser-Stadtbeauftragter Dr. Andreas Archut bedankte sich beim Innenminister und der Jury für die Auszeichnung: „Wir sind stolz, dass unsere Arbeit diese Anerkennung gefunden hat und freuen uns, anderen ein Beispiel geben zu können. Seht her: Es geht, und zwar unkompliziert und schnell!“ Die Geschwindigkeit, in der die Integration in den Malteser Hilfsdienst gelungen ist, habe die Honnefer selbst überrascht. Zwischen der ersten Idee und der Helferernennung der neuen Helfer lagen nur wenige Monate.

Bereits am Vortag der Preisverleihung waren die Honnefer Malteser mit einer achtköpfigen Gruppe nach Berlin geflogen. Neben den drei Flüchtlingen waren auch deutsche Helfer dabei, die sich um die Integration der Neuankömmlinge in die Bad Honnefer Malteser-Gruppe verdient gemacht haben. Gemeinsam absolvierte das Team in der Bundeshauptstadt ein selbst organisiertes Kennenlernprogramm mit Stadtrundfahrt und Besichtigungen. Sie besuchten das Stadtmuseum „Story of Berlin“, das Brandenburger Tor und das Holocaust-Mahnmal. Am Montagmorgen waren sie auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Dr. Norbert Röttgen, in dessen Wahlkreis Bad Honnef liegt, im Deutschen Bundestag zu Gast.                               aa