Foto: Martini Markt-Macher:Walter Löbach, Jürgen Kutter und Georg Zumsande.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, verrückte Welt. Alles wackelt, oder wie wir hier im Rheinland sagen: Alles schunkelt. Nein, das wäre zu lieblich ausgedrückt. Ein Altpolitiker, der Herr Töpfer, hat kürzlich gesagt: „Die Welt bricht auseinander, und wir diskutieren über die AfD“. Und wir? Wir diskutieren über über eine „eventuell planbare“ Bebauung des nördlichen Stadtgartens. Wir sind sehr gespannt auf den Plan, denn: Ich bin mit der Bürgerinitiative durch dieses Gebiet gewandert und es war unfassbar laut dort, an der B42.

Es muss also ein guter Plan her, wenn da wirklich gebaut werden sollte. Nun warten wir aber erst einmal ab, wie der Rat darüber entscheidet. Niemand weiß das heute ja so ganz genau. Der Martini Markt läuft, das ist auf jeden Fall ein Grund zu großer Freude. 130 Aussteller schlängeln sich diesmal durch die Innenstadt. Und unsere begnadete Autorin Franziska Lachnit schreibt dazu: „Martinimarkt – Herbstliche Stürme wirbeln das trockene Laub über die Straßen. Die Tage beginnen spät und die Abende früh.

Manch einer denkt schon an Winterschlaf. Nicht so in Bad Honnef, wo stets Lebensfreude zu Hause ist! Wir laden Sie ein zum traditionellen Martinimarkt. Hier rückt man gemütlich zusammen und lässt sich Herz und Seele wärmen – Vielleicht mit einem würzigen Glühwein? Farbenfroh schmiegen sich die Büdchen auf Marktplatz, Kirchplatz und in der Fußgängerzone aneinander. Farbenfroh locken auch die stimmungsvoll dekorierten Schaufenster: Bitte, treten Sie ein! – Kürbisse, Maiskolben und Ähren am Wegesrand … Bei einem Spaziergang findet jeder etwas nach seinem Geschmack: Leckeres und Kunstvolles, Nützliches und Schönes, Nostalgisches und Lustiges. Lassen Sie sich einfach mal verführen – von unserer Lebensart“.

Das macht doch Lust auf gute Laune, oder? Ganz wichtig: Gute Laune in dieser Stadt. In den letzten Monaten wurde, meiner Ansicht nach, zu viel schlechte Laune verbreitet. Vor allen Dingen in verschiedenen sozialen Netzwerken und auf Internetseiten. Das ist kontraproduktiv, ja, sogar geschäftsschädigend, wie einige Unternehmer befürchten. Wenn Bürgern oder Blogger ihre Stadt schlecht schreiben, was sollen unsere Gäste davon halten? Die Gäste nämlich, die wir brauchen, um die Läden in Schwung zu halten. Es kann doch nicht angehen, dass auf der einen Seite bei Facebook pausenlos tolle Fotos aus unserer Stadt gepostet werden, und an anderer Stelle steht geschrieben, dass wir hier in einer „Bananenrepublik“ leben würden.

Ich bin eben durch das Städtchen gewandert, von der Stadtsparkasse bis hoch zum „Herzblut. Kein Scherz. Das schaffe ich noch. Emsiges Treiben überall. Die Buden werden aufgebaut, die Geschäfte werden dekoriert, jeder freut sich auf die kommenden fünf Tage. Von schlechter Laune keine Spur. Selbst unser „Glücksschmied“ ist bestens gelaunt. „Ich muss noch umdekorieren, aber ich habe eigentlich keine Lust dazu“. Ja, Herr Zumsande ist auch nur ein Mensch.

Nichts für ungut Georg, das macht dich sehr sympathisch. Wir werden ihn wohl nicht wieder erkennen, denn: „Ich gehe gleich noch zum Frisör“. Ein Altrocker beim Frisör? Was soll das? Na gut, das Problem habe ich eher nicht mehr. Herr Kutter kommt vorbei, nein, rein. „Alles läuft perfekt“. Er umarmt mich, obwohl er fremd gegangen ist, der Schlingel. Jahrelang haben wir während des MM-Aufbaus gemeinsam eine Runde durch die Innenstadt gedreht. In diesem Jahr hat er das mit Rainer Hombücher getan. Darüber werden wir noch reden müssen… bö