Der neue Pfarrer

Das Bild ging um die Welt und schmückte die Titelseiten  vieler Zeitungen: Papst Benedikt XVI. begrüßte umringt von Gläubigen die jugendlichen Pilger vor dem Kölner Dom. Gleich hinter dem Papst stand der aus Windeck-Wilberhofen stammende und in Much als Diakon tätige Michael Ottersbach. Dem damals 26-Jährigen wurde so eine Ehre zuteil, von der wohl die meisten Jungpfarrer träumen – Ottersbach half bei zwei von Papst Benedikt gehaltenen Messen. Bei dem Wortgottesdienst am Donnerstag auf dem Rhein trug er das Evangelium vor, am folgenden Tag assistierte Ottersbach dem Papst während der Vesper im Seminaristenzentrum beim Weihrauchschwenken und hielt eine Lesung. Eine bleibende Erinnerung. Vergangenen Sonntag wurde der Pfarrer beim Pfarrfest in Rhöndorf als leitender Pfarrer für den Sendungsbereich Bad Honnef und Unkel vorgestellt, gemeinsam mit dem neuen Diakon Alexander Frey. Dass künftig nur noch ein Pfarrer beide Seelsorgebereiche betreuen wird, begründete Kardinal Rainer Maria Woelki „Vielleicht wissen Sie, dass es weitere Seelsorgebereiche im Erzbistum Köln gibt, die derzeit ebenfalls keinen leitenden Pfarrer haben. Auch können wir etwa 100 weitere bisherige Planstellen im Pastoralen Dienst nicht besetzen“, schrieb Woelki in seinem Brief an die Gemeinden. Die Welt verändere sich rasant, auch die Einstellung der Menschen zu Glaube, Religion und Kirche habe sich geändert. „Ich denke, dass in Zukunft die Kirche im Erzbistum Köln keine von Hauptberuflichen versorgte Kirche sein wird, sondern eine miteinander sorgende Kirche, in der es verschiedene Dienste und Rollen, aber keine unterschiedliche Würde der Getauften gibt.“ eb

Foto: Holger Handt