Montags in der City

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Das Wochenende ist schon wieder vorbei. Die Hamsterkäufe von Freitag aufgebraucht. Ich gehe also in die Innenstadt, um die häuslichen Vorräte aufzufrischen. Was ist das? Mein Haus- und Hoflieferant für Gemüse & Obst hat sich ganz galant für zwei Monate in den Urlaub abgeseilt. Was nun? NETTO? – definitiv keine Alternative! Ich finde mich also damit ab, in den nächsten Wochen ohne Gemüse zu kochen.

Ein bisschen betröppelt gehe ich durch die Fußgängerzone … Ich könnte mir zur Entschädigung eine Flasche Wein mit nach Hause nehmen! Nee, klappt nicht! Der Weinhandel hat montags geschlossen. Vielleicht einen tröstenden Kaffee am Marktplatz? Ach, schade – auch geschlossen. Jetzt wäre ich doch tatsächlich für einen Frust-Klamotten-Kauf bereit! Klappt auch nicht. Die Damenbekleidungsboutique meines Vertrauens hat offensichtlich montags geschlossen.

Die Post hat geöffnet, und ich bin schon beinahe selig. Auf jeden Fall sehr dankbar, dass ich mein Einschreiben auf den Weg schicken kann. Doch als ich einen Abstecher zu meinem Autohändler machen möchte, stehe ich wieder vor verschlossenen Türen: Mittagspause. „Bin ich echt so spät dran?“ Also – wird mir daraufhin bewusst – befinden sich auch die freundlichen Mitarbeiter der Sparkasse zu Mittag, so dass ich meine Serviceanfrage ohne Antwort wieder mit nach Hause nehmen muss.

Vielleicht könnte ich selbst eine Pause einlegen und mich mit hausgemachter Pasta verköstigen lassen? Fehlanzeige! Montags Ruhetag! Desillusioniert, beinahe frustriert brauche ich jetzt unbedingt ein Erfolgserlebnis. „Etwas zum Genießen wäre genau das Richtige!“, denke ich und finde tatsächlich ein passendes Geschäft, das geöffnet hat. Mit einer Flasche Sekt in der Tasche bummel ich heim. Die Vorfreude auf deren Verzehr stimmt mich positiv und gelassen. Dann komme ich eben am Dienstag wieder in die City! Beschwipst nimmt dieser Montag seinen weiteren Lauf. Franziska Lachnit (2018)