In Bad Honnef gewährleisten drei Kindertageseinrichtungen, eine Grundschule und eine weiterführende Schule die durchgehende Betreuung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik. Mit der Unterzeichnung einer Urkunde besiegelten die Einrichtungen und Schulen die Gründung des Bad Honnefer Montessori-Netzwerkes. Erster Beigeordneter Holger Heuser sagte bei der Einführungspräsentation des Netzwerkes: „Von der Wiege bis zum Abitur: In Bad Honnef gibt es die Chance, Montessori in allen Altersklassen erfahrbar zu machen und die gesamte Betreuungs- und Schullaufbahn in Montessori-Institutionen zu bestreiten. Als Stadt Bad Honnef unterstützen wir das Netzwerk gerne.“

Angestoßen wurde die Zusammenarbeit von Schulleiterin der Grundschule Am Reichenberg Nicola Kiwitt und im Frühjahr 2019 hatten sich die Beteiligten zum ersten Mal getroffen. Ziel des Netzwerkes ist es, sich inhaltlich auszutauschen, das Konzept stärker zu etablieren und die Übergänge zwischen den Bildungsinstitutionen von den Kinderhäusern über Grundschule bis zur weiterführenden Schule zu gestalten. Geplant ist gegenseitige Hospitation und gemeinsame Veranstaltungen wie beispielsweise Elternabende. Eine Broschüre, mit der sich die Einrichtungen und Schulen vorstellen, wurde bereits herausgegeben. Um eine hohe Qualität bei der Umsetzung der Montessori-Pädagogik zu sichern, berufen sich die Partner des Netzwerks auf den Qualitätsrahmen des Montessori Dachverbands Deutschland.

„Dass eine Stadt von der Größe Bad Honnefs ein solch durchgehendes Konzept anbieten kann, ist schon etwas Besonderes“, sagte Schulleiterin Nicola Kiwitt.

Die von der italienischen Ärztin und Anthropologin Maria Montessori (1870-1952) entwickelte Pädagogik setzt auf die selbstbestimmte Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. „Kinder werden bestärkt eigenständig zu lernen, also das Lernen zu lernen“, sagte Nicola Kiwitt. In ihrer Schule Am Reichenberg lernen 160 Kinder vom ersten bis vierten Schuljahr jahrgangsübergreifend in acht Lernfamilien. Das Herzstück des Schulvormittages ist die freie Arbeit mit Montessori-Material. Der vorbereitete Klassenraum ist eine Lernumgebung, in der jedes Kind seine Begabungen und Potenziale voll entfalten kann.

Die Privatschule Schloss Hagerhof, Gymnasium, Realschule und Internat, wurde 1960 gegründet. Sie ist seit 1996 Montessori-Schule und reformpädagogisch ausgerichtet. In freier Arbeit und fächerverbindender Projektarbeit wird das individuelle Potenzial der 580 Schülerinnen und Schüler entwickelt. Die Schule ist mit dem Gütesiegel „Schule der Zukunft“ für Schulen, die sich in besonderem Maße ökologisch und sozial engagieren, ausgezeichnet. Die Kinder und Jugendlichen werden angehalten, zu lernen, dass sie verantwortlich für ihre Umgebung sind. Schulleiter Dr. Sven Neufert sagte: „Ziel ist, eine starke Persönlichkeit zu entwickeln, die auf das große Ganze achtet.“ Projekte im Rahmen der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ befassen sich mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Auch in den drei Kindertageseinrichtungen ist der rote Faden das Konzept von Maria Montessori:

–       Das Kinderhaus „Die Wolkenburg e. V“ ist eine integrative Einrichtung. Kinder mit besonderem Förderbedarf werden betreut. Die pädagogischen Fachkräfte sowie Therapeutinnen und Therapeuten arbeiten interdisziplinär zusammen. Kinder aus 14 verschiedenen Nationen sind im Haus und Integrationslotsen unterstützen. In drei altersgemischten Gruppen werden 15 bis 16 Kinder im Alter von 2 Jahren bis zum Schuleintritt individuell betreut.

–       Die Nachtigall ist eine eingruppige Einrichtung mit um die 20 Kindern. Sie wurde 1972 gegründet und ist die älteste Elterninitiative Bad Honnefs.

–       Der Parkkindergarten Hagerhof ist ein Kinderhaus mit vier Gruppen mit insgesamt 70 Kindern. Das Haus in der Bad Honnefer Innenstadt wurde 2012/2013 fachmännisch renoviert und der Zugang barrierefrei gestaltet. Die Parkkindergarten arbeitet integrativ.

Vom Kinderhaus bis zum jungen Erwachsenenalter bietet Montessori-Pädagogik in einzigartiger Form ein umfassendes Konzept für die selbstbestimmte, freiheitliche und verantwortungsvolle Entwicklung junger Menschen zu starken Persönlichkeiten. Das Bad Honnefer Netzwerk bietet die Voraussetzungen und entwickelt diese weiter für eine lückenlose Betreuung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in Bad Honnef im Sinne Maria Montessoris. cp

Foto: Unterzeichneten die Gründungsvereinbarung des Montessori-Netzwerkes in Bad Honnef – von links im Uhrzeigersinn: Martina Fischer-Kares (Kindertagesstätte Die Nachtigall), Norbert Grünenwald (Leiter des Fachdienstes Bildung, Kultur und Sport), Erster Beigeordneter Holger Heuser, Nicola Kiwitt (Leiterin Grundschule Am Reichenberg), sitzend von links: Alexandra Weiß (Kinderhaus Die Wolkenburg e. V.), Nora Grohe (Parkkindergarten Hagerhof) und Dr. Sven Neufert (Schulleiter Schloss Hagerhof – Internat, Realschule und Gymnasium).