Ferienzeit ist Campingzeit! Ich erinnere mich an so manches Abenteuer im Zelt: Meine Familie wollte zwei Wochen der Sommerferien in Holland verbringen. Wir hatten uns ein großes Zelt geliehen. Auf dem Campingplatz angekommen, schloss ich sofort Bekanntschaft mit anderen Mädchen. Meine Eltern bauten das Zelt auf und richteten alles ein. Kaum war das fertig, braute sich ein Gewitter zusammen. Und von einer Sekunde zur anderen prasselten schwere Regentropfen zu Tausenden nieder. Wir schafften es gerade noch, Zuflucht im wasserdichten und gewittersicheren Auto zu finden. Das war irgendwie gemütlich. Doch nach dem Gewitter war gar nichts mehr gemütlich: Das Zelt hatte ein Leck. Alles war nass. Die Koffer durchweicht. Jedes Kleidungsstück klamm. Mama hatte sofort „die Faxen dicke“ und entschied, dass wir wieder nach Hause fahren müssten. Das taten wir. Mir gefiel das gar nicht. Am nächsten Tag traf Papa seine Entscheidung: „Ich fahre nochmal los. Alleine.“ Und das gefiel mir erst recht nicht.

Viele Jahre später bin ich mit Kumpels unterwegs: Paris! Wir haben kein Geld und schummeln, wo wir können: Campingplatz im Bois de Boulogne. Bezahlt haben wir für zwei Personen. Wir sind jedoch zu Viert und reichen uns immer das Ticket durch den Zaun. Auch hier überrascht uns Gewitter. Das Wasser plätschert den Hang herab und droht, unser Zelt zu fluten. Wir buddeln mit dem Camping-Essbesteck einen kleinen Graben, der das Gewitter-Wasser ums Zelt herum leiten soll. Das klappt! Wir sitzen ungemütlich zusammengepfercht. Aber im Trockenen.

Eine weitere Camping-Reise: Zwei Freunde und ich. Skandinavien. Wir hatten unser Zelt auf Ödland aufgeschlagen. Hier ist es leer und friedlich. In der Nacht pochte aber etwas eindringlich an unser Zelt. Schleicht ein Elch um uns herum? Es pochte, und gleichzeitig vibrierte der Boden. Es war beängstigend, aber letztendlich doch nur der Campingplatzzettel aus Kopenhagen, der am Zelt hing und mit dem Wind gleichmäßig an die Zeltwand schlug. Franziska Lachnit (2020)