Kultur, meine sehr geehrten Damen und Herren, Kultur ist entbehrlich; könnte man zumindest denken, wenn man die hiesige Kommunikationskultur seziert. Ich will jetzt nicht auf dem ganzen Talkshowgeseier herumreiten, welches der geniale Georg Schramm mal als „… Sprechblasenentleerung in den emotionalen Pissrinnen der Öffentlich-Rechtlichen Bedürfnisanstalten bei den Klofrauen Illner und Maischberger …“ bezeichnete.

Als fundamentaler Talkshowverweigerer kann und will ich mich dazu nicht äußern, da sind Andere berufener. Aber die Kultur der Phrasendrescherei in Politik und Gesellschaft greift schon sehr stark in meine intellektuelle Notdurft ein. In der Bundeskunsthalle in Bonn habe ich vor geraumer Zeit mal eine Phrasen-Dreschmaschine erworben, aus der Wortspielhölle des Übersetzerkollegiums Straelen (noch mit 4-stelliger Postleitzahl).

Ich zitiere wahllos und sinnfrei: „Die systematisierte Fluktuationsflexibilität erzeugt eine tiefe Bildungsbewältigung, deren echte Innovationspotenz bei mir eine innige Geistesverpflichtung hervorruft.“ Wenn Sie hierin keinen Sinn entdecken können, leih ich Ihnen mein Maschinchen gerne mal aus, auf dass es Ihren Informationsalltag erhelle. Bis nächste Woche also, hören Sie wohl.