Resümee der ISH 2017: Megatrend Individualisierung ist Innovationstreiber Nummer

Die Sonderschau Pop up my Bathroom im Auftrag der Messe Frankfurt und der Vereinigung Deutscher Sanitärwirtschaft e.V. (VDS) begeisterte knapp 28.000 Besucher (Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Pietro Sutera)
  • Trendforum „Pop up my Bathroom“ bot Messebesuchern einen attraktiven Trendüberblick zu dem beherrschenden Thema der ISH
  • Sonderschau konnte ihre Besucherzahlen verdreifachen
  • Trendforum Pop up my Bathroom Atelier mit hochkarätigem Vortragsprogramm

Nutzerspezifische Programmierungen, individuelle Gesundheits-Checks, ergonomische Lösungen für einzelne Badnutzer und Angebote für jeden Geschmack und modische Akzente – das Bad der Zukunft richtet sich nicht mehr nur nach Standards, sondern nach dem persönlichen Maßstab. Bäder werden nicht mehr für Generationen gebaut, sondern für den Einzelnen. Die VDS-Trendplattform Pop up my Bathroom hatte diese Entwicklung schon im Vorfeld in den Fokus genommen und die verschiedenen Möglichkeiten seiner Umsetzung im Badezimmer aufgezeigt. In acht 3D-Collagen wurden ganz unterschiedliche Modelle des individuellen Bades inszeniert, fotografiert und schließlich auf der ISH in einer Sonderausstellung präsentiert.

Die Sanitärbranche konnte die diesjährige Messeveranstaltung als Erfolg verbuchen. Die ISH, Weltleitmesse für den Verbund von Wasser und Energie, stellte mit über 200.000 Besuchern 2017 sogar einen neuen Besucherrekord auf. Doch nicht nur die ISH konnte neue Kennzahlen aufweisen: Auch die Sonderschau Pop up my Bathroom im Auftrag der Messe Frankfurt und der Vereinigung Deutscher Sanitärwirtschaft e.V. (VDS) verdreifachte innerhalb der fünf Messetage ihre Besucherzahlen auf knapp 28.000.

Die Trends der ISH auf einen Blick: VDS-Sonderausstellung Pop up my Bathroom in Saal Europa brachte die Entwicklungen in der Sanitärbranche auf den Punkt

Die Sonderausstellung, die zum fünften Mal von der Kölner Content-Agentur far.consulting konzipiert und vor Ort umgesetzt wurde, zeigte den internationalen Messegästen acht Antworten auf die Frage nach der Zukunft des Bades. VDS und Agentur wollten mit dem diesjährigen Pop up-Schwerpunktthema „Individuelles Bad“ die Bedeutung dieses Megatrends für die Sanitärbranche herausstreichen, der nach Überzeugung von Jens J. Wischmann Innovationstreiber Nummer 1 ist – vor allem in Kombination mit der demographischen Entwicklung und dem gewachsenen Gesundheitsbewusstsein der Konsumenten. „Der Wunsch nach Originalität und Selbstverwirklichung wird immer stärker“, so der Geschäftsführer der VDS. „Wenn heute vom individuellen Bad die Rede ist, sind nicht extravagante Ausstattungen oder besonders originelle Ideen gemeint, sondern ein in Funktion und Aussehen ganz auf seine Nutzer und die architektonischen Gegebenheiten zugeschnittenes Badezimmer. Unsere Sonderausstellung Pop up my Bathroom zeigte auf der ISH die enorme Bandbreite individualisierter Badplanungen, die sich aus diesem Trend ergeben.“

Das Bad von morgen: Mehr Individualität und Aufenthaltsqualität

Egal, ob der Endverbraucher ein Bad aus einem Guss oder ein stylisches, mit Vintage-Elementen zusammengemixtes Arrangement bevorzugt: Bei den variantenreichen und enorm komplexen Sortimenten findet sich in fast jeder Kollektion der Markenhersteller eine Lösung für jede Einbausituation. Wie im übrigen Einrichtungsbereich wird die Produktauswahl damit endgültig zur Geschmacksfrage, denn viele Programme sind bis ins Detail individualisierbar – und das spiegelte sich auch in den 3D-Installationen Pop up my Bathroom wieder. Mit Titeln wie Fashion Bathroom, Sophisticated Bathroom, Healthy Bathroom, Comfortable Bathroom, Digital Bathroom, Nature Bathroom, Condensed Bathroom oder Innovative Bathroom griff die Trendshow die aktuellen Strömungen der Branche auf. Dabei hatten alle Trends eines gemeinsam: Sie zeigten Badezimmer mit mehr Wohnlichkeit und einer klaren Tendenz zu einer steigenden Aufenthaltsqualität.

Acht Trends, acht Wege zum individuellen Bad

Trend 1, das Fashion Bathroom, zeigte, dass Badezimmer modischer und farbiger werden. Auch wenn im Badezimmer immer noch gerne in Schwarz-Weiß gestaltet wird, während in Wohnzimmer und Küche längst pastelligere Töne einziehen, so dürfte es in Zukunft auch im Bad farbiger zugehen. Grau, Cremeweiß und Vintage-angegraute Weißtöne sind ideale Begleiter und Hintergrundtöne für zarte bis kräftige Rosé-Farben, die aktuell auch in der Modewelt und im Interior Design überall zu finden sind.

Das Sophisticated Bathroom, Trend 2, stellte hingegen einen neuen Anspruch an nicht nur schlichte und geschmackvolle, sondern vor allem originelle Badgestaltung in den Fokus: Das moderne urbane Bad zeigt Stil und beweist Kennerschaft mit historischen Bezügen, und das Styling dieses Badmodells machte klar, dass die Grenzen zwischen Wohnraum und Badezimmer immer mehr verwischen.

Beim Healthy Bathroom (Trend 3) bekam das Thema Gesundheit eine wichtige Bedeutung: Hier dient das Badezimmer auch schon mal als privater Fitnessraum, und die 3D-Collage setzte diesen Trend mit Turnhallten-Elementen und modernsten Produkten auch für traditionelle Wasseranwendungen wie das Kneippen um – natürlich in individueller Wohlfühlatmosphäre.

Bei Trend 4 wurde unter dem Titel Comfortable Bathroom gezeigt, dass die Ansprüche an den persönlichen Komfort im Badzimmer weiter gestiegen sind – und auch weiter steigen werden. Komfort wird hier aber nicht mehr primär über traditionelle Luxus-Signale wie Marmor oder exklusive Designarmaturen definiert, sondern über eine individualisierte Badausstattung und Gestaltung – für Mann und Frau, Alt und Jung, Groß und Klein.

Im Bad verschmelzen klassische Badprodukte und Hightech-Funktionen, das war der Tenor des 5. Trends, des Digital Bathroom. Denn schon heute wird das Wasser mit einer schwungvollen Handgeste gestartet oder der Raum in die gewünschte Lichtsituation getaucht. Möglich machen dies komplexe digitale Steuerungen – versteckt hinter der Wand wie auch in den Badprodukten selbst. Die Brancheninnovationen der ISH 2017 zeigten deutlich, in welche Richtung sich das Bad weiterentwickeln wird.

Aber auch der Wunsch nach einer natürlichen und/oder umweltschonenden Gestaltung des Badezimmers kam bei Pop up my Bathroom nicht zu kurz: Trend 6, das Nature Bathroom, verkörperte in Frankfurt die Vision eines Badezimmers, das sich durch die Wahl der Materialien, des Designs und der Wassertechnik zu nachhaltigem Handeln und zur Natur bekennt.

Klein aber fein; mittendrin wohnen und dabei aber auf nichts verzichten – so könnte man Trend 7, das Condensed Bathroom, zusammenfassen. Stilvoller Stauraum in kompakter Form, und auch sonst alles drin, was man braucht, aber ohne verspielte Extras, so können selbst ausgewachsene Familien auf begrenztem Raum die Badrituale genießen.

Trend 8, das Innovative Bathroom, beschäftigte sich mit neuen Technologien und gesellschaftlichen Entwicklungen, die das zukünftige Badezimmer nachhaltig beeinflussen werden – wie beispielsweise der 3D-Druck. Neben dem Innovationsschub aus dem Bereich der Digitalisierung wird das Badezimmer in Zukunft auch neue Nutzungsmöglichkeiten erfüllen müssen, so die Prognose von Pup up my Bathroom.

„Die ISH 2017 hat bestätigt, dass Individualisierung tatsächlich die Klammer ist, mit der sich das Trendgeschehen in der Branche zusammenfassen lässt. Auch die Technisierung folgt letztlich diesem Impuls“, zieht Jens J. Wischmann ein Messe-Resümee. „Das Fachpublikum hat es sehr positiv aufgenommen, dass wir mit Pop up my Bathroom diesen Megatrend in den Mittelpunkt des Diskurses gerückt haben. Und darüber hinaus haben Besucher und Medien die schön inszenierten Modellbäder auch als Orientierungshilfe zu den Messetrends zu schätzen gewusst.“

Pop up my Bathroom Atelier: Von Experten lernen, mit der Branche diskutieren

Orientierung bot das Trendforum auch mit seinem zweisprachig organisierten Vortragsprogramm Pop up my Bathroom Atelier, das 2017 zum dritten Mal stattfand – dieses Mal mit zahlreichen Beiträgen zum Megatrend Individualisierung. Diskutiert wurde über seine Auswirkungen auf Produktkonzepte und Produktionstechniken, auf Digitalisierung, Design und die wachsenden Flexibilitätsansprüche der Konsumenten. Daneben wurden die allgemeinen Trends in der Farb-, Form- und Lichtgebung, in der Kundenansprache, beim 3D-Druck oder in der Robotik von renommierten Referenten behandelt und in Interviews mit Designern wie Dominik Tesseraux und Christoph Pillet bewertet. Mit einer Gesamtzuschauerzahl von über 1.000 Besuchern – was einer durchschnittlichen Auslastung von über 90 Prozent entspricht – war das „Pop up my Bathroom“-Atelier der ISH 2017 ein voller Erfolg. Es bietet den teilnehmenden Unternehmen eine attraktive Kommunikationsplattform jenseits von Neuheiten-Präsentationen und Werbeveranstaltungen. Das internationale Fachpublikum wiederum kann über das Trendforum andere Perspektiven und Impulse gewinnen.

Zudem hatte das Pop up my Bathroom Atelier dieses Jahr mit Axor einen zweiten Gastgeber: Die „Axor Talks“ luden an drei Tagen zu Podiumsdiskussionen mit Teilnehmern aus den Bereichen Design und Architektur, aus der Hotelbranche und vom Universal Design Institut ein. „Wir sind mit der Premiere unserer Talks sehr zufrieden“, so Silke Giessler, Leiterin Axor Brand Marketing. Alle drei Axor Talks waren sehr inspirierend. Der anregende Austausch zwischen Publikum und den Podiumsteilnehmern hat einmal mehr gezeigt, wie unterschiedlich die Sicht auf das Thema Individualisierung ist.“

Fazit der ISH 2017: Vom Standard zum Bad nach Maß

Ausstellung und Vortragsforum zeigten, dass es unterschiedliche Wege gibt, sich dem Thema Individualisierung zu nähern – ob durch nachhaltige Konzepte, mit intelligentem Design, mit Lifestyle- oder speziellen Nischenprodukten, durch Customizing-Systeme oder, wie im Beispiel der großen Marke Axor, durch ein breites Angebot in diesem Bereich. Das Fazit der ISH 2017 lautet, dass sich das Bad noch viel weiter vom normierten Standard-Produkt zum individualisierbaren Lifestyle-Produkt weiterentwickeln wird, als man es bis vor Kurzem noch für möglich hielt.

raum-fuer-die-sinne-kolumne-torsten-mueller-bad-designBereits 2006 wurde Torsten Müller vom Magazin SCHÖNER WOHNEN als Top-Designer vorgestellt, inzwischen setzt er europaweit Maßstäbe in der Spa- und Raum-Architektur. Die Welt am Sonntag zählte ihn zu den Top 30 der deutschen Bad-& Spa-Designer. 2011 nannte ihn die Frankfurter Rundschau unter den europäischen Top-Adressen der Ritualarchitektur. Ebenso als zukunftsweisend bezeichnete das Magazin „Das Bad“ seine Bad-Designs und Lichtkonzepte. Torsten Müller ist als Trendscout auf allen europäischen Lead-Design-Messen von Paris bis Mailand unterwegs. Prämiert wurden zudem von ihm entworfene Messestand-Designs, ebenso waren von ihm designte Produkte für den German Design Award nominiert.

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