Meine sehr verehrten Damen und Herren, die Zeit fliegt dahin. Franz- Josef Strauss rotiert in seinem Grab. Willy Brandt wohl auch. Nichts ist so, wie es einmal war Gut so? Keine Ahnung. Sicher ist: Das „Volk“ hat sich mächtig verändert. Die sogenannten Volksparteien darben. Nur Angela Merkel bleibt und bleibt und bleibt. Das passt, oder? In der heimischen Ratssitzung am vergangenen Donnerstag war es allerdings so wie in längst vergangenen Zeiten. Ratsmitglieder beschimpften die Verwaltung, sie sprachen von „ernsthafter Rüge“ und „menschlicher Enttäuschung“.

Hallo? Wo sind wir? Zum ersten Mal seit weit über 20 Jahren konnte die Stadt einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen (als einzige Kommune im Rhein-Sieg Kreis, darüber wurde ausführlich in Funk und Fernsehen berichtet). Die „marode“ Stadt wurde gewissenhaft seziert und es konnte schon noch Überlebenspotential gefunden werden. „Bad Honnef in Ordnung bringen“, heißt nun die Devise. Das kostet, sagen wir mal, 100 Millionen Euro. Kurhaus, Rathaus, SIBI, Straßen oder die Menzenberger Sporthalle sind kaputt gespart worden. In der „Haushaltssicherung“ ist das ja ganz schön bequem: „Wir haben kein Geld“. Ende der Diskussion.

Nun kann die Stadt wieder selbst bestimmen, wohin das Geld fließt. Eine riesige Herausforderung, mit der Politik und Verwaltung jetzt verantwortungsvoll umgehen müssen. Auch nicht ganz so einfach, weil ungewohnt. Natürlich mussten Steuern und Gebühren erhöht werden, um den Haushaltsausgleich zu schaffen. Natürlich musste ein Parkraumkonzept erschaffen werden, um weitere Einnahmen zu generieren. Alternative: Kurhaus geschlossen, Rathaus geschlossen, SIBI geschlossen, Menzenberger geschlossen, Straßensperrungen wegen Unbefahrbarkeit.

Das ist die brutale Wahrheit. Was geht noch ab? Die alte Wäscherei Mesenholl im Schmelztal wird zu einem Wohnpark, mit günstigen Wohnungen, beispielsweise für IUBH-Studenten. Die rückseitige Bebauung vom Saynschen Hof nimmt Formen an. Das „Begegnungszentrum“ in Aegidienberg steht in den Startlöchern. Der größte Straßenbaumaschinenhersteller der Welt, Wirtgen, kommt über die Landesgrenze nach Bad Honnef. Weitere Bauprojekte: Villa Schaaffhausen, nördlicher Stadtgarten, Penaten. Noch in diesem Herbst wird ein neuer Betreiber für das ehemalige KSI vorgestellt. Maximale Bewegung statt Stillstand.

Dazu kommen die „Glücksfälle“, wie die „Finanzverwaltung“ im ehemaligen Commundo Hotel mit garantierten 35.000 Übernachtungen pro Jahr, und das „MAXX by Steigenberger“ im ehemaligen Avendi Hotel. Ein Steigenberger Hotel in Bad Honnef! Der Ritterschlag für die Stadt. Das kommt nicht von ungefähr. Bad Honnef hat eine unfassbar positive Außenwirkung im gesamten Rhein-Sieg Kreis.

Dank dem Stadtmarketing, Dank der Stadtfeste, Dank der individuellen Geschäfte, Dank der Insel Grafenwerth mit dem Inselcafé. Dort wird es im kommenden Jahr einen neuen Betreiber geben. Von vier Bewerbern sind zwei in die engere Wahl gekommen. Geheimsache. Nur soviel: Bad Honnefer Gastronomen sind nicht mehr dabei. Dafür ein Gastronom aus Bonn und einer aus Düsseldorf. Steak oder Pizza? Mehr sage ich nicht. Ein schönes Wochenende allerseits…