Was für eine Gelegenheit wäre es für Rat und Verwaltung gewesen, den Frankenweg im
Zuge der anstehenden Straßenerneuerung fahrradfreundlich auszubauen und somit auch
ein Zeichen für eine in Mobilitätsfragen zukunftsorientierte Stadt zu setzen! Denn wer
bezweifelt ernsthaft außer einer an Straßenbaukonzepten der 90er-Jahre festhaltenden
Verwaltung und einer hoffnungslos rückwärtsgewandten CDU, dass Radmobilität auch
in Bad Honnef zukünftig eine bedeutende Rolle spielen wird?

Es gibt in Bad Honnef zwar auch einzelne positive Beispiele einer die Interessen aller Verkehrsteilnehmer, also auch die von Fahrradfahrern, gleichermaßen berücksichtigenden Straßenbauweise, wie etwa in der neu hergerichteten Von-Stauffenberg-Straße. Aber
vergebens – jetzt wird gebaut und zwar so wie fast immer schon.

Bei der Entscheidung, den Frankenweg entgegen der Wünsche einer beträchtlichen Zahl
von Anwohnern weder als Fahrradstraße auszuweisen noch niveaugleich auszubauen,
spielte auch die kritische persönliche Einschätzung eines Vertreters des Allgemeinen
Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) eine Rolle, die im Planungsausschuss von der CDU fälschlicherweise als offizielle Stellungnahme ins Feld geführt wurde. Wie sich jetzt
durch eine Richtigstellung des ADFC herausstellte, würde er die Ausweisung des
Frankenweges als Fahrradstraße durchaus befürworten. So weist der ADFC ausdrücklich
darauf hin, dass oberste Zielsetzung bei der Einrichtung von Fahrradstraßen „mehr
Sicherheit  für Radfahrer und Fußgänger gegenüber dem Kfz-Verkehr“ ist. Auch die
von der CDU angeführte Notwendigkeit der damit angeblich verbundenen Beseitigung der Parkflächen für Anwohner zeigt die mangelnde Sachkenntnis der „CDU-Verkehrsexperten“,
denn laut ADFC verhält es sich keineswegs so, dass in Fahrradstraßen nicht einmal mehr Anwohnerparken zulässig ist. Selbstverständlich sind auch Ausbauformen unterhalb dieser Idealvorstellung denkbar, z.B. durch Beschränkung auf Anliegerparken.

Letztlich entlarvt sich somit der von der CDU postulierte „Verkehrsdarwinismus“ – Auto verdrängt Fahrrad, Fahrrad verdrängt Fußgänger“ – als Zynismus, denn in der jetzt
beschlossenen Ausbauvariante mit einer 13 cm hohen Gehwegkante – da möchte außer
sportlich ambitionierter Mountainbiker kein Radfahrer ausweichen müssen – wird im Begegnungsverkehr kein ausreichender Raum mehr für Fahrradfahrer verbleiben! Verkehrsdarwinismus, um die Terminologie der CDU im Ausschuss aufzugreifen,
bedeutet jetzt, dass Fahrradfahrer bildlich gesprochen „vom Rad gestoßen werden“.
Es bleibt aus Sicht der SPD bedauerlich, dass die Verwaltung mit der nunmehr beschlossenen Planung die Chance vertan hat, ein fahrradfreundliches Signal zu setzen. Auch hätte es, wie
der ADFC empfiehlt, bei einer Ausweisung des Frankenweges als Fahrradstraße mit niveaugleichem Ausbau durchaus noch weitere Möglichkeiten gegeben, den Bedürfnissen
aller Verkehrsteilnehmer besser gerecht zu werden, etwa durch eine Ausweisung der Straße
als Anliegerstraße oder durch eine wechselnde Einbahnstraßenregelung. So wird alles
bleiben wie bisher im Frankenweg – letztlich nur abschreckend für Fahrradfahrer.

Eine Hoffnung für Bad Honnef – neben unserem mit seinem Fahrrad tapfer die unzähligen Schlaglöcher umkurvenden Bürgermeister – bleibt das seit langem angekündigte Radmobilitätskonzept. Es darf nicht aber in der Schublade landen, sondern muss möglichst
bald durch konkrete Maßnahmen sichtbar werden. Die SPD wird dies weiter einfordern.

Klaus Munk, Pressesprecher 

Foto:Alain Rainbow/Pixelio