Kultur, meine sehr geehrten Damen und Herren, Kultur ist entbehrlich; die Uhrzeit allerdings ist es nicht. Haben Sie letzte Woche auch wieder beim fröhlichen Uhrendrehen mitgemacht? Fast so spannend wie Flaschendrehen, nur mit weniger knutschen. Schon im Nachspann vom Rosaroten Panther hieß es doch immer: „Wer hat an der Uhr gedreht?

Ist es wirklich schon so spät? Stimmt es, dass es sein muss?“ So weit kann ich das jedes Jahr wieder unterschreiben. Nicht, dass ich zu den militanten Uhrenumstellgegnern zähle, aber bei open petition, wo man für fast jedes Wunschkonzert seine Orchestermusiker findet, gibt es gleich mehrere Initiativen, die Zeitumstellung abzuschaffen.

Argumente dagegen gibt es genau so viele wie dafür. Dabei wurde bereits erstmalig während des 1. Weltkrieges im Deutschen Reich 1916 eine Zeitumstellung eingeführt, um länger kämpfen zu können. Nach der Ausführung 1919 wurde sie abermals im 2. Weltkrieg 1940 an- und 1949 wieder abgeschafft. Anschaffen, abschaffen, einführen, ausführen, vor, zurück. Wat soll dä Driss?

Seit der Erfindung von Nachtsichtgeräten und hochauflösenden Drohnen wird weltweit eh rund um die Uhr gekämpft. Flaschendrehen kann man auch im Hellen, im Dunkeln wiederum macht knutschen mehr Spaß. Ich glaub, ich geh gleich noch ins Kino. Aber heute ist nicht alle Tage, ich dreh wieder, keine Frage. Bis nächste Woche also, drehen Sie wohl.