Urlaub

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Meine sehr verehrten Damen und Herren, die vergangene Woche hatte es in sich. Zumindest für Schreiberlinge meines Alters. Dienstag: Einzelhandelstreff. Getränk: Wasser. Ende 22 Uhr. Mittwoch Prunksitzung der KG Halt Pol.Getränk: Wasser. Ende 2 Uhr in der Frühe. Donnerstag: Ratssitzung. Getränk: Wasser. Ende gegen 22 Uhr. Zu Beginn der Sitzung gab Bürgermeister Otto Neuhoff einen wichtigen Hinweis: „Dies hier ist keine Prunksitzung und ich bin auch nicht Jörg Pütz“.

Gelächter. Gute Stimmung gleich von Anfang an. Bis zur Beratung des Haushaltsplanentwurfs. Die gute Nachricht: Mit einem hauchdünnen Plus von 127.000 Euro schlüpft die Stadt aus dem Haushaltssicherungskonzept. Der Entwurf wurde von CDU, Bürgerblock und FDP beschlossen, die SPD enthielt sich, Grüne und FWG lehnten ihn ab. Die SPD stellte fest, dass sozial verträgliche Haushaltspolitik anders aussehe. Die Grünen vermuten „einen gezielt schlecht gerechneten Plan“. Beide Fraktionen bemängelten die Erhöhungen der aktuellen Friedhofs- und Musikschulgebühren.

Streitpunkt einmal mehr, die Parkraumbewirtschaftung in der Innenstadt. Die sei eine Zumutung, so SPD und Grüne. Die Verwaltung deutete an, gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen. Gabriele Clooth-Hoffmeister, Sprecherin der Grünen, vermisste „die Orientierung auf das Gemeinwohl“. SPD-Fraktionschef Guido Leiwig meinte, „der Bürgermeister trägt eine rosarote Brille“. Für den Bürgerblock-Fraktionschef Karl-Heinz Dißmann stimmte dagegen die Richtung.

FDP-Fraktionschefin Martina Ihrig erkannte „Aufbruchstimmung“. Endlich würden Projekte angepackt und umgesetzt. CDU-Fraktionschef Sebastian Wolff erklärte: „Wir wollen qualifizierten Wachstum und dafür müssen wir mutig sein“. Ohne die Erhöhungen, beispielsweises der Grundsteuer B, wäre der Haushalt nun nicht ausgeglichen. FWG-Chef Manfred Rauw forderte eine sofortige Senkung der Grundsteuer B. Bürgermeister Otto Neuhoff hielt seinen Kritikern entgegen, dass zwar auch der vorherige Stadtrat Ideen gehabt hätte- aber passiert sei niemals nichts.

Nun, in seiner bisherigen Amtszeit, sei dagegen einiges bewegt worden: „Die Sporthalle in Aegidienberg steht, der Kita-Ausbau geht voran, ebenso wie die OGS-Maßnahmen, in Aegidienberg entstehen Sozialwohnungen.“ Das sei ein klarer Gegenentwurf zu allem, was vor seiner Amtszeit passiert sei. Wo er recht hat, hat er recht. Und nun bekommt Bad Honnef auch noch eine Seniorenvertretung. Gut, dass ich ein Senior bin. Schlage vor, dass die zukünftigen Sitzungen der Seniorenbeauftragten im „Vierkotten“ statt finden.

Leute, Kommunikation ist alles! Interessant: In Bad Honnef leben 8.000 Menschen über 60 Jahre. Davon sind 1.200 Menschen pflegebedürftig. Zum Vergleich: Rund 1.000 Kinder sind im Kita-Alter. Irgendwie stimmt da was nicht. Also müssen junge Familien mit Kindern her. Dafür braucht die Stadt angemessenen Wohnraum. Nicht nur Villen. Sebastian Wolff hat recht. Wir brauchen Wachstum. Und Mut. Und Bauland. Wieso spricht eigentlich keiner mehr über den Ausbau von Selhof-Süd? Das wäre doch jetzt mal wieder ein spannendes Thema. In dieser und in der kommenden Ausgabe hauen wir noch mal so richtig auf die Karnevalspauke. Danach ist Aschermittwoch. Was macht dann unser Siebengebirgsdreigestirn? Na klar: Ab in den Urlaub.