Es war einmal der Milchmann. Und der Eiermann. Davon habe ich bereits erzählt. Aber es gab auch mal den Mann an der Pfandflaschenannahme. – Eine Legende aus unserer Jugend, nach der ich mich just heute innig zurücksehnte, weil der Pfandflaschenautomat meine Flaschen nicht haben wollte.

Obwohl ich sie doch in genau diesem Geschäft gekauft hatte. Und es gab mal den Rentner, der – für ein Zubrot – pflichtbewusst die Einkaufswagen am Supermarkt so schob, dass sie gleichmäßig verteilt waren. Diesen Einkaufwagen-Sortierer vermisse ich sehr. Hat er doch immer darauf geachtet, dass es kein Ungleichgewicht in den Einkaufswagen-Garagen gab.

Er sorgte stets für eine vernünftige und kundenfreundliche Verteilung der Karren. Heutzutage scheint es diese hilfreiche Organisationskraft nicht mehr zu geben.  Als Supermarkt-Kunde muss man zu allererst darauf achten, wo man sein Auto abstellt. Wer nicht aufpasst, ist schnell von einer wachsenden Einkaufswagenschlange verbarrikadiert. Viele Manöver braucht man dann, um sich zu befreien.

Man parkt also besser ein bisschen abseits. Und dann die Wege, die der Kunde einkalkulieren muss, wenn er Leergut mitbringt. Ich selbst bin zum Glück noch gut zu Fuß, aber wie ergeht es denjenigen, die es nicht sind? Folgendes Szenario: Der Kofferraum spuckt das Leergut aus: 3 Wasserkisten, 1 Bierkiste und eine dicke Tasche mit Einzelflaschen. Das trägt man nicht mal eben zum nächsten Einkaufswagen.

Den muss man jagen! Bei jedem Besuch im Supermarkt denke ich sehnsüchtig an den alten Mann, der vormals die Einkaufswagen sinnvoll arrangierte. Wo ist er? Wegmodernisiert? Oder hatte er keine Lust mehr auf seinen Job? – der doch so sinnvoll ist! – aber nun zu den vergessenen Berufen gehört. Und oft denke ich beim Einkaufen: „Ich komme erst wieder, wenn der alte Mann da war, um die Einkaufswagen zu sortieren!“ Franziska Lachnit (2018)