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2020 feiert Deutschland mit Partnern in aller Welt den 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens. Sein Leben und Werk haben weit über den deutschsprachigen Raum hinaus die europäische Musik- und Geistesgeschichte geprägt und erfahren ein anhaltendes internationales Echo.

Dieses Ereignis bietet auch dem Rhein-Sieg-Kreis und den kreisangehörigen Städten und Gemeinden einmalige Chancen, sich in regionaler Kooperation mit der Bundes- und Beethovenstadt Bonn als Beethovenregion zu etablieren sowie an der nationalen und internationalen Wirkung des weltweit begangenen Ereignisses teilzuhaben.

Mit der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Bundes- und Beethovenstadt Bonn hat  sich der Rhein-Sieg-Kreis in der Beethoven Jubiläums Gesellschaft als institutionellem und organisatorischem Rahmen zusammengefunden, um das Jubiläum gemeinsam zu feiern und es über Zeitpunkt und Anlass hinaus für eine kulturelle Initialzündung zu nutzen.

„Wir möchten im Rhein-Sieg-Kreis in engem Schulterschluss mit unseren Städten und Gemeinden unsere Möglichkeiten einsetzen, unsere Stärken einbringen, unser charakteristisches Profil betonen – und damit das gemeinsame Programm von BTHVN 2020 stärken und bereichern“, erklärt Thomas Wagner, Kulturdezernent des Kreises. „Wir werden zugleich teilhaben an der gemeinsamen Kommunikation und Vermarktung des Programms unter dem Dach der Marke BTHVN2020 sowie dessen Förderung vor allem durch den Bund und durch das Land.“

In einem intensiven Diskussionsprozess auf Kreisebene mit den Kulturverantwortlichen der Städte und Gemeinden, mit den Musikschulen vor Ort und mit freien Initiativen wurden im Jahr 2017 Leitlinien für eine Programmplanung im Rhein-Sieg-Kreis entwickelt. Eingebettet ist dies in die politische Beratung – insbesondere des Kultur- und Sportausschusses des Rhein-Sieg-Kreises – sowie in die Abstimmung mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern. Alle Leitthemen bieten sich perspektivisch auch zu einer Verstetigung und nachhaltigen kulturellen Entwicklung im Kreisgebiet an.

Die musikalisch-kulturelle Bildung, die Beethoven als Kind und Jugendlicher hier erfuhr, die Nähe und die Erfahrung der ihn umgebenden und inspirierendenNatur sowie das von ihm auch als Mittel zum Broterwerb erlernte und ausgeübte Orgelspiel sind die Kristallisationspunkte dieser Leitthemen. In jedem dieser Bereich sind Arbeitsgruppen eingerichtet, die – koordiniert durch das Kultur- und Sportamt des Rhein-Sieg-Kreises – daran arbeiten, Programmpunkte und Projektbausteine zu entwickeln.

Die Planungen und Projektbausteine im Detail:

Im Bereich musikalisch-kulturelle Bildung entsteht in Federführung der Musikschulen im Kreis ein kreisweites Modellprojekt zur Integration der musikalischen Bildung in den Alltag von Kindertagesstätten. Ein zweites Team hat die Bildungsarbeit im Grundschulbereich im Blick und arbeitet an einem Buch, das alters- und lehrplangerecht Informationen zu Beethoven und musikalisches Grundlagenwissen mit einer spannenden Story verbindet. Zum dritten soll das humanistische Weltbild Beethovens im Mittelpunkt eines Projektes für die weiterführenden Schulen stehen.

Die Planungen zum Bereich Natur konzentrieren sich auf das Siebengebirge, den linksrheinischen, ehemals kurfürstlichen Kreisteil und die sonstigen authentischen Beethovenorte im Kreisgebiet, wie beispielsweise die Abtei Michaelsberg in Siegburg, wo der junge Beethoven die Orgel gespielt hat. Zum einen sollen die Beethoven-Orte im Rhein-Sieg-Kreis aufgewertet und bekannt gemacht werden. Sie werden in ein gemeinsames regionales Beethoven-Vermittlungskonzept einbezogen, dessen Kern ein historischer Beethoven-Rundgang ist. Zum anderen werden in kommunaler Regie Programme für Konzert und Veranstaltungen an besonderen Orten wie den Schlössern und Burgen im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis vorbereitet.

Eine weitere Arbeitsgruppe befasst sich mit den Orgeln im Rhein-Sieg-Kreis und konzipiert ein das gesamte Kreisgebiet umfassendes Konzert- und Exkursionsprogramm. Die reichhaltige Orgellandschaft des Kreises soll musikalisch, aber auch unter geistlichen und kulturhistorischen Gesichtspunkten erschlossen werden. Nicht zuletzt will man auch das Interesse der jüngeren Generation für das Orgelspiel wecken.

Alle diese Vorhaben beruhen auf intensiven Vorarbeiten im vergangenen Jahr und werden in Projektanträge an die Beethoven Jubiläums Gesellschaft münden. Denn ohne die Mitfinanzierung durch die vor allem von Bund und Land zur Verfügung gestellten Fördermittel lassen sich die Planungen nicht umsetzen. Die Leitlinien und die dazu entwickelten Projektbausteine sind nicht abschließend zu verstehen, sondern sollen ausdrücklich zu weiteren Planungen der Städte und Gemeinden und anderer Akteure ermuntern.

Foto: Pixelio