Kultur, meine sehr geehrten Damen und Herren, Kultur ist entbehrlich; insbesondere jetzt, wo man allüberall in den Tannenspitzen goldene Lichtlein blitzen sieht. Dabei komm ich heut hoch vom Himmel her und bring euch gutes, neues Geflüster.

Alle Jahre wieder das gleiche Gedriss rund um den 24. Dezember: Christen, die lauthals Jubellieder singen, Christuskinder, die mit ihrem Segen in jedes Haus eindringen, Glöckchen, die im kalten Winter an der geöffneten Türe klingeln (obwohl ich dabei fast erfriere), Bübchen und Mädchen, die viele Gaben bekommen und erglühende Kerzen in den Stübchen, die fromme Herzen öffnen. Im Moment sieht es noch so aus, als ob am Sonntag Schnee leise rieseln würde, allerdings könnte auch Eisregen durch die heilige Nacht trommeln.

Dann würden Kummer und Harm nicht mehr still schweigen, wenn die Sorge des Lebens verhallt. Das traute, hochheilige Paar wacht einsam über den in himmlischer Ruh Schlafenden und der holde Knabe hat immer noch Stroh im lockigen Haar. Von fern und von nah tönt das Hallelujah der Engel dem Retter entgegen. Oh, wie lacht es aus des Sohnes göttlichem Munde, wenn es vom Kirchturm dröhnend zur Bescherung schlägt. Ich sattel dann mal meinen rotbenasten Rudolf und reite jingelnden Bells nach Bethlehem. Merry Christmas all together. Bis nächste Woche also, feiern Sie wohl.