Letzte Woche berichtete der HWZ-Titel ausführlich zu Optionen für das ehemalige Kaiser’s Geschäft. Insbesondere wurde der Vorschlag beleuchtet, seitens der Stadt das Gebäude zu erwerben und dort eine Art Markthalle samt Allgemeinversorgung, kleiner Gastronomie und Lieferservice für den lokalen Onlinehandel einzurichten.

Schlüsselfrage eines solchen Vorschlags bleibt die Finanzierung. Hier lohnt zuerst der Abgleich, ob es sich um ein geeignetes Objekt handelt. Dass in der Immobilie Wohnungen auf drei Stockwerken liegen, die mit Sicherheit problemlos zu vermieten sind, ist günstig und besorgt dem Projekt ggf. erhebliche Solidität. Dies gilt auch jenseits der Chance, ein oder zwei dieser Wohnungen als operatives Büro für den Lieferservice eines Bad Honnefer Onlineportals zu nutzen.

Die für gewerbliche Nutzung projektierten Bereiche des Gebäudes könnten Gegenstand von Fördergeldern sein. Entsprechende Anträge sollten auf das gerade neu geöffnete Programm zur Stadtentwicklung zielen – und sind in ihrer Formulierung vergleichsweise einfach zu bewerkstelligen. Als zusätzliche Aspekte können die Lage im „Ländlichen Raum“ sowie der akzeptiert innovative Charakter eines Lieferservices per Fahrrad genannt werden; sie würden den Förderantrag erhärten. Und ggf. weitere Förderansätze eröffnen.

Darüber hinaus bietet sich die Option, eine Förderung als „kriteriengestützte Einzelfallentscheidung“ zu beantragen. Als erster Adressat bietet sich da das MWIDE an, also das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie in Nordrhein Westfalen. Dieser Weg wäre durchaus gebräuchlich, setzt aber sehr überzeugende und klare Argumentation seitens der Stadt als Antragstellerin voraus.

Die Honnefer Administration charakterisierte den Umgang mit der Immobilie als „sehr dickes Brett, das es zu bohren“ gelte. Dementsprechend gibt es bis heute auch kein Signal, dass das Rathaus von sich aus ein Vorhaben wie das vorgeschlagene beginnt. Also wird es schon beim Start darauf ankommen, dass sich eine Fraktion das Projekt zu eigen macht, den entsprechenden Antrag in Rat oder Ausschüssen stellt und dort eine Mehrheit findet. Ohne gemeinsame Bemühung wird es keinen Erfolg geben. bh