Georg Zumsande sieht Zukunft des Centrums positiv Antonia Clausen

Vor zwei Jahren wurde er angekündigt, jetzt ist er auch vollzogen: der Generationenwechsel bei der Innenstadtgemeinschaft Centrum Bad Honnef. Georg Zumsande, seit 2008 Vorsitzender des Vereines, übergab den Staffelstab an den 34-jährigen Fabian Neumann, seit gut einem Jahr neuer Betreiber des Optikhauses Beth. Gemeinsam mit Jürgen Kutter, der für  Events zuständig ist,, bleibt Zumsande der Interessengemeinschaft der Einzelhändler im Vorstand erhalten, betont aber:

„Es ist jetzt an der Zeit, der nächsten Generation die Möglichkeit zur Nutzung der Innenstadt und Gestaltung des Einzelhandels zu geben. Da ist so viel Potenzial, auch in und nach Corona. Wenn alle Beteiligten – und damit meine ich auch die Stadtverwaltung – vertrauensvoll und kooperativ miteinander arbeiten, kann in Bad Honnef viel bewegt werden. Das Entscheidende ist Arbeitsteilung und gutes Delegieren. Und natürlich unser sehr, sehr gutes gewachsenes Netzwerk, von dem die Jungen jetzt profitieren sollen.“

Viel, sehr viel bewegt hatte das „Triumvirat“ aus Zumsande, Kutter und dem aus Altersgründen ausgeschiedenen Walter Löbach in den vergangenen Jahrzehnten bereits. Trotz und manchmal gerade auch wegen vieler Widerstände von unterschiedlichen Seiten. „Der Knoten für uns platzte, nachdem wir die Durchführung des Martini-Marktes nach dem Abgang von Michael Schuch 20211 komplett in eigene Hände genommen hatten“, erinnert sich der 68-jährige Goldschmied. 

„Die Werbung, unser ganz eigenes Marketing gab den Ausschlag“, so der gebürtige Westfale. Von Thomas Bock kam das Logo für den Markt, ein Kontakt zur dpa bespielte den Medienticker, die Verlässlichkeit des Centrum e.V. und seiner Protagonisten war bekannt – und ein bisschen Klinken putzen war auch mit dabei. „Zumsande: „Aber wir hatten Erfolg.“ Die weit über die Grenzen der Region hinaus bekannte Veranstaltung lockte dann prompt knapp 80.000 Besucher binnen weniger Tage in die Stadt. „Der erste Weihnachtsmarkt in der Region“ bewarb damals Radio Bonn.Rhein-Sieg das Event – und dabei ist es als ein echtes Alleinstellungsmerkmal Bad Honnefs auch geblieben. Wenn auch Pandemie-geschuldet nun zum zweiten Mal in Folge kein Martini-Markt stattfinden konnte und auch die „kleinen Schwestern“ Rosenfest und ‚Fühl dich frühlich‘ nicht möglich waren. „Natürlich ist das Kaminzimmer auf dem Marktplatz kein Ersatz“, so Zumsande. Aber, so betont er, dass überhaupt etwas möglich gemacht worden ist, was Besuchern Bad Honnefs ein bisschen Verweil und vorweihnachtliche Atmosphäre anbiete, läge an dem unbedingten Willen der Verantwortlichen, etwas für die Belebung der Innenstadt zu tun. „Wenn man wirklich will, geht das auch, trotz Auflagen, Behördengängen, Diskussionen. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die Kooperation mit der Stadt anlässlich der 1100 Jahr Feier.“

„Jemanden geschickt an die Hand zu nehmen und zu sagen, du passt zu uns, das ist ganz entscheidend. Dafür sind wir mit unserer Vereinsform deutlich einfacher erreichbar als zum Beispiel eine GmbH. Und wir haben auch schnell festgestellt, dass es nicht immer Sinn macht, die Verantwortung für unsere Ideen umfänglich in externe Marketinghände zu geben.“ Wenn er sich umschaue, welche engagierten Kräften gerne noch aktiver würde, macht er sich keine Sorgen um das erfolgreiche Weiterbestehen des Centrums: „Mit Fabian haben wir einen begabten neuen Vorsitzenden. Und jemand wie Jan Birkenstock, der sich gerade in den ehemaligen Geschäftsräumen von Walter Löbach aufstellt, kommt noch mehr frischer Wind. Warum nicht etwas mehr Schwerpunkt auf Kunst und Kreativität legen – das mache ich als Goldschmied ja auch.“ Lieber etwas weniger, aber davon von guter Qualität – das sei sein Motto, und das sei auch das richtige für die Innenstadt und ihre Einzelhändler.

In Planung für das kommende Jahr stehen übrigens die Schlemmerabende (ab April), ein Frühlingsfest und natürlich der Martinimarkt am letzten Oktoberwochenende 2022.