Die Katholische Kirchengemeinde St. Johann Baptist, vertreten durch den Kirchenvorstand unter Führung des leitenden Pfarrers Michael Ottersbach und des ehrenamtlichen Geschäftsführers Andreas Linder, spricht sich gegen die Schließung der Geburtsstation am Honnefer Cura-Krankenhaus aus.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Schließungspläne hat sich der Kirchenvorstand in einem persönlichen Gespräch am 22. Januar mit der Klinikleitung über die konkreten Beweggründe und Hintergründe der Entscheidung informieren lassen. Das kurze Zeitfenster bis zur angekündigten Schließung der Geburtsstation bot jedoch keine Gelegenheit mehr für eine inhaltlich-konstruktive Auseinandersetzung. 

Aus diesem Grund kritisieren die Kirchenvertreter deutlich die Kurzfristigkeit der jüngsten GFO-Ankündigungen, auch im Hinblick auf die vorübergehende Schließung Ende letzten Jahres. Mangels einer frühzeitigen Ankündigung wurde die Chance versäumt, gemeinsam mit Stadtverwaltung und Politik eine bessere Lösung zu suchen, die geburtshilfliche Unterstützung innerhalb der Region sicherzustellen. „Dies ist besonders unverständlich, da die Schieflage der Geburtshilfe in Bad Honnef der GFO lange vorher bekannt war und sich diese Entwicklung letztlich langfristig abgezeichnet hat“, so Ottersbach und Linder. Aus christlicher Sicht ist letztlich der Umgang mit den beschäftigten Hebammen, Ärztinnen und Ärzten der Station zu monieren, die ebenso kurzfristig informiert wurden. 

Gleichwohl, so die Kirchenvertreter, wisse man natürlich um die gesundheitspolitische Großwetterlage und sei auch nicht blauäugig. Die von der GFO vorgelegten Zahlen in Kombination mit politischen Bestrebungen auf Landes- und Bundesebene, eine bessere Bedarfsorientierung und eine höhere Versorgungsqualität der Krankenhäuser zu erreichen, habe die Entscheidung wohl letztendlich unausweichlich gemacht.

Das von der GFO genannte jährliche Defizit in Höhe von 700.000 Euro steht einem weiteren wirtschaftlichen Betrieb des Krankenhauses im Wege. Die Kirchengemeinde kann hier auch nicht unterstützen. Andreas Linder: „Selbst wenn wir wollten, könnten wir das aus unseren Mitteln nicht auffangen. Unser aktueller Haushalt ist um ein Vielfaches kleiner als das angegebene Defizit.“ Außerdem ist es Wunsch des Erzbistums Köln, dass sich die Kirchengemeinden aus der operativen Leitung von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zurückziehen. Auch aus diesem Grund käme eine Querfinanzierung aus Kirchensteuermitteln nicht in Frage. 

Damit liegt eine tragfähige und nachhaltige Lösung letztlich in den Händen der deutschen Sozialpolitik. 

Die Katholische Kirchengemeinde bedauert die eingetretene Entwicklung am Cura-Krankenhaus außerordentlich, sieht für sich jedoch keine Handlungsspielräume und Einflussmöglichkeiten, um auf eine Rücknahme der Entscheidung zur Schließung der Geburtsstation hinzuwirken. Für den Fall, dass es zu weiteren Veränderungen am Status des Cura-Krankenhauses kommen sollte, mahnen die Kirchenvertreter jedoch eine frühzeitige Einbindung der Kirchengemeinde an. „Die Kommunikation soll künftig früher, besser und vertrauensvoller sein“, wünschen sich Ottersbach und Linder. Die Kirchengemeinde wird sich bemühen, den Dialog mit der Krankenhausleitung konstruktiv fortzusetzen. 

Für den Kirchenvorstand von St. Johann Baptist, Bad Honnef Thomas Dillmann, Mitglied des Kirchenvorstands. Bad Honnef, 1. Februar 2021