Insel Grafenwerth: Keine nennenswerten Hochwasserschäden, aber noch viel Eis auf den Wegen

Nachdem das Hochwasser am 07.02.2021 mit 7,31 Metern gemessen am Pegel Oberwinter seinen Höchststand erreicht hatte, können mit stark fallendem Wasserstand die Aufräum- und Reinigungsarbeiten erfolgen.

Das ablaufende Wasser hat nun bereits große Teile der Nordspitze wieder freigegeben, so dass erste Einschätzungen über den Zustand der Wegestrukturen und Spielinseln getroffen werden können. Nach einer Ortsbegehung zeigt sich die Nordspitze der Insel ohne größere Schäden. Wie auch an anderen Orten in unmittelbarer Nähe zum Rhein, hat das Hochwasser eine Sedimentschicht hinterlassen, die jedoch geringer ausfällt als erwartet. Erwartungsgemäß ist der Fallschutz unter den Spielgeräten nicht so stark verschmutzt, als dass er in großem Umfang ausgetauscht werden müsste. Lediglich eine Sitzbank im Bereich der Biergartenfläche ist in Schieflage geraten. Hier war der Strömungsdruck des Hauptstromes so hoch, dass die massive Bank an der strömungszugewandten Seite etwas unterspült wurde. Mit diesem Wissen kann jetzt mit wenig Aufwand entsprechend nachjustiert werden.

Alle anderen Ausstattungsgegenstände, Spielgeräte und bauliche Strukturen haben keine Schäden genommen. Auch die angewandten, standortgerechten Bepflanzungskonzepte haben den Fluten standgehalten und dafür gesorgt, dass die Böschungen und Uferbereiche nicht ausgespült wurden, erklärt Philipp Siegel vom städtischen Fachdienst Umwelt und Stadtgrün: „Das zeigt, dass die sorgfältig abgestimmte Planung und die Material- und Pflanzenauswahl im Hinblick auf die zu erwartenden Hochwässer, gut und nachhaltig ist und die erste Feuertaufe durch das Hochwasser hervorragend überstanden wurde.“

Die übrigen Arbeiten beziehen sich hauptsächlich auf die Reinigung der Wege und des Fallschutzes und den Wiedereinbau der zuvor demontierten Spielelemente, erklärt Philipp Siegel: „Die langjährige Erfahrung der Mitarbeiter des städtischen Bau- und Betriebshofes und der hervorragend ausgestattete Fuhrpark sorgen für eine geregelte Abwicklung der Arbeiten. Gereinigt wird wie üblich mit verschiedenen maschinellen Kehrbesen, speziellen Schmutzwasserpumpen und Muskelkraft.“

Eine Besonderheit bei der Reinigung gibt es nach diesem Hochwasser jedoch schon: Die derzeitige Wetterlage mit strengem Dauerfrost führt zu Verzögerungen und Problemen bei der Reinigung. Andere Kommunen und Städte im Rheintal mussten bereits Wege und Flächen in Rheinnähe sperren, da sich das ablaufende Wasser in Eisflächen verwandelt hatte. In der Regel sind die Rheinhochwasser mit milden Temperaturen und Tauwetter verbunden, eine solche Kombination aus Hochwasser und strengem Frost gab es schon lange nicht mehr.

Spaziergänger werden gebeten, die Sperrung der Nordspitze zu beachten: Die vor kurzem noch überspülten Wege sind stellenweise vereist. Da die flankierenden Grünflächen und der Boden des sogenannten Schattensaumes derzeit sehr nass sind, sollten auch die Flächen neben den Wegen nicht betreten und, wie bereits anhand von Fußspuren deutlich zu erkennen, weiter beansprucht oder zerstört werden.

Sobald sich die Wetterlage entschärft hat und es taut, können die Arbeiten wie gewohnt fortgeführt werden. th