KLJB nimmt Klärung der Gaststättenfrage selbst in die Hand

Bisher eingereichte Konzepte für die Gaststätte „Am Ziepchen“ nicht tragfähig

Der Bundesausschuss der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands e.V., der vom 16. bis zum 18. Juni 2017 in Würzburg tagte, hat sich in seiner Sitzung ausführlich mit der Zukunft der Gaststätte „Am Ziepchen“ in Rhöndorf auseinandergesetzt. Hintergrund ist, dass das bisherige Pächterehepaar im Oktober 2016 in Ruhestand gegangen ist und die Gaststätte seitdem leer steht. Die Gaststätte gehört zu den Räumlichkeiten der KLJB-Bundesstelle in Rhöndorf.

Im Sommer 2016 wurde von der eigens dafür gegründeten Bürgerinitiative „Pro Ziepchen“ der Wunsch an die KLJB herangetragen, dass auch nach Ausscheiden der bisherigen Pächter eine Gaststätte am Ziepchensplatz in Rhöndorf ihren Platz haben solle. Der nur zweimal im Jahr tagende Bundesausschuss der KLJB hat sich danach im Oktober 2016 erneut mit der zukünftigen Nutzung der Gaststätte befasst und sich dafür ausgesprochen, dass es unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin eine Gaststätte in den bisherigen Räumlichkeiten geben könne.

Als Bedingungen wurde formuliert, dass das inhaltliche Konzept zur KLJB passt und dass keine finanziellen und personellen Mittel des Verbands herangezogen werden müssen. Dies ist insofern wichtig, da die KLJB als gemeinnütziger Verband immer darauf achten muss, ihrem Vereinszweck zu entsprechen. Als dritte Voraussetzung sollte ein tragfähiges Finanzierungskonzept vorgelegt werden.

Auch der Zeitplan für das weitere Vorgehen wurde im Herbst 2016 beschlossen und an die Beteiligten kommuniziert: Bis zum 31. März 2017 sollten von Interessenten Konzepte für die Gaststätte erstellt und eingereicht werden. Bis zum Stichtag lag dem Verband ein Konzept vor. Die im Verband zuständige Haushalts- und Finanzkommission hat dann – dem zeitlichen Fahrplan entsprechend – dieses Konzept in ihrer Sitzung im April 2017 geprüft und dem Bundesausschuss das Ergebnis der Prüfung vorgelegt. In ihrer Sitzung im Juni haben sich die Delegierten des Bundesausschusses letztlich nach eingehender Prüfung einstimmig dagegen entschieden, das vorgelegte Konzept zu realisieren.

Wichtigster Grund hierfür war das nicht stichhaltige Finanzierungskonzept: Die darin genannten geschätzten 35.000 Euro Sanierungskosten standen einer ordentlichen Kostenschätzung eines Architekturbüros gegenüber, das von mindestens 85.000 Euro ausging. Auch die Mietvorstellungen im Konzept entsprachen nicht den Erwartungen des Verbands als Eigentümer, der bei der Miethöhe mindestens vom Erlös der bisherigen Mieteinnahmen ausgegangen ist. Weiterhin schlug negativ zu Buche, dass das gesamte Finanzierungsrisiko laut Konzept bei der KLJB liegen sollte, was bei einem gemeinnützigen Verein bei einem Scheitern leicht zum Verlust der Gemeinnützigkeit führen kann.

Kommunikation an die Bürgerinitiative

Die KLJB als Eigentümerin der Räumlichkeiten hat in einem Gespräch mit der Bürgerinitiative „Pro Ziepchen“ ihre Beweggründe geschildert und transparent gemacht, welche Punkte letztlich dazu geführt haben, dass der Bundesausschuss das vorliegende Konzept abschlägig beschieden hat. Gleichzeitig wurde betont, dass der Bundesausschuss weiterhin begrüßen würde, wenn nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen im Gebäude der KLJB-Bundesstelle wieder eine Gaststätte in Rhöndorf eröffnen würde. Die Absage an das einzige bisher vorgelegte Konzept bedeutet somit nicht, dass es in den bisherigen Räumlichkeiten sicher keine Gaststätte mehr geben soll.

Das Gegenteil ist der Fall: Die Haushalts- und Finanzkommission wird sich des Themas nun direkt annehmen und alle Möglichkeiten für die zukünftige Nutzung der Räumlichkeiten ergebnisoffen prüfen. Als erster Schritt ist geplant, mit interessierten GastronomInnen in Kontakt zu treten. Erste Gespräche haben diesbezüglich bereits stattgefunden. Wichtig ist es dem Verband, die Frage über die zukünftige Nutzung der Gaststätte nun selbst in die Hand zu nehmen und nicht über Dritte zu verhandeln. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Rahmenbedingungen für alle Beteiligten klar sind und tragfähige Ideen erarbeitet werden können.
Die KLJB (Katholische Landjugendbewegung Deutschlands) ist ein Jugendverband mit bundesweit 70.000 Mitgliedern. Sie vertritt die Interessen Jugendlicher in ländlichen Räumen und engagiert sich für eine aktive und lebendige Kirche. Als engagierte Christinnen und Christen gestalten Jugendliche in der KLJB mit an der Zukunft der Gesellschaft und setzen sich für eine gerechte und zukunftsfähige Welt ein. Im Rahmen der MIJARC (Mouvement International de la Jeunesse Agricole et Rurale Catholique) setzt sich die KLJB auch weltweit für Solidarität und eine nachhaltige ländliche Entwicklung ein.