Trennung

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Kultur, meine sehr geehrten Damen und Herren, Kultur ist entbehrlich; insbesondere die Kultur des Abschieds oder manchmal auch die beim Abschied. Nein, ich rede jetzt nicht vom Sterben. Es geht um Trennung, vom Lebensgefährten oder von einem Freund. Was lange währt, muss nicht immer bis zum bitteren Ende gut sein.

Der Umgang mit dem Prozess des Auseinandergehens offenbart viele Facetten der Gefühle, keine Frage, und der, der geht, hat es meist leichter, als der, der bleibt. Aber auch in Trennungsfragen kann man eine Mindestform des Anstands wahren. Das fällt zugegebenermaßen nicht immer leicht. Wenn Liebesentzug droht, können langjährige, positive Gefühle schon mal ins genaue Gegenteil umschlagen.

Es kann einem grauen, wie ehemalige Partner oder beste Freunde aufeinander einschlagen können. Das braucht kein Mensch. Da kann man sich schon fast davor fürchten, neue Verbindungen einzugehen. Beziehungen gehören zum Leben dazu, wir sind schließlich alle soziale Wesen.

Aber vor allem funktioniert menschliches Miteinander nur, wenn beide Seiten dahinter stehen. Die Erfahrung zeigt, dass man sich nach einer Zeit des Abstands oft wieder fried- und liebevoll auf einer anderen Ebene begegnen kann. Oder anders ausgedrückt: einem regnerischen November folgt auch wieder ein sonniger Mai, vielleicht sogar schon im April. Bis nächste Woche also, hören Sie wohl.