Kultur, meine sehr geehrten Damen und Herren, Kultur ist entbehrlich; aber nicht bei der UNESCO. Die verleiht nämlich den Titel des Weltkulturerbes; und über ein solches möchte ich heute kurz parlieren. Ich meine Venedig. Bei der Suche nach einem Thema zur dieswöchigen Kolumne bin ich zufällig auf einen Bericht über La Serenissima gestossen.

Es gibt nicht viele Orte, in die ich wirklich verliebt bin. Venedig allerdings hat sich direkt beim ersten Besuch in mein Herz geschlichen. Im Gegensatz zum größten Teil der Touristen, die ab 9 Uhr auf dem Markusplatz einfallen und sich gegen 16 Uhr wieder verabschieden, durfte ich dort ein paar Tage in der Wohnung einer Künstlerfreundin logieren. Bei Nacht erst entfaltet sich der wahre Charme der Lagunenstadt.

Wenn Sie noch nicht dort waren, fahren Sie unbedingt mal hin. Da in unserer Region eh ein mediterranes Flair herrscht, plädiere ich dafür, ein wenig venezianische Lebensart einzuführen, zum Beispiel auf dem Rhein ein Vaporetto nach Bonn pendeln zu lassen (die Idee hatten übrigens schon Andere).

Karlottas wird zum Caffè Florian, auf dem toten Rheinarm dümpeln die Gondeln, das chronisch verstopfte Honnefer Kreuz wird zur Seufzerbrücke und Otto I. zum Dogen ernannt. Die Feuchtigkeit des Rathausfundamentes passt ins Bild. Bad Honnef, das Venedig vom Rhein. Aber dagegen wird wohl der Stadtrat von Nizza sein Veto einlegen. Bis nächste Woche also, hören Sie wohl.